Europäischer Iltis
Mustela putorius

Iltisse haben eine typische «Mardergestalt» und werden deshalb auch oft mit ihren nahen Verwandten verwechselt. Dabei ist der Iltis leicht zu erkennen, seine Augendbinde und die schwarze Nasenspitze sind unverwechselbar. Der übrige Kopf ist sehr hell und grenzt sich klar vom restlichen Körper ab, der schwarz bis dunkelbraun gefärbt ist. Männchen sind mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 30 bis 46 cm bei 500 – 1900 g deutlich grösser als Weibchen mit 20 – 38 cm bei 400 – 800 g. Die Schwanzlänge beträgt bei beiden Geschlechtern 7 – 17 cm.

Seinen lateinischen Namen «putorius» verdankt der Iltis unter anderem seiner Fähigkeit, ein übel riechendes Sekret auszuscheiden. Es bedeutet nämlich soviel wie «Stänker» oder «Stinkmarder». Daher stammt auch die Redewendung «stinken wie ein Iltis». Das Sekret wird bei Erregung oder Bedrohung ausgesondert. Iltisse stinken also vor Angst und vor Freude. Zusammen mit Harn und Kot wird es auch zum Markieren des Reviers eingesetzt. Die wichtigsten Sinne des Iltis sind der Geruch und das Gehör. Seine Augen sind eher schwach. Die braucht er aber auch gar nicht wirklich, weil er überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv ist.

Als Fleischfresser ist sein Nahrungsspektrum sehr variabel. Den grössten Teil seiner Nahrung machen Nagetiere, Amphibien, Aas und Spitzmäuse aus. Gelegentlich werden sogar kleine Vögel erbeutet. In der Schweiz ernährt sich der Iltis vorwiegend von Fröschen und Kröten. Auf Nahrungssuche durchstöbert der Iltis grosse Flächen, steckt seine Schnauze in Erdlöcher, unter Laub und Grasbüschel. Oft gräbt er seine Beute auch aus ihren Ruheplätzen aus. Der Iltis legt zudem Nahrungsvorräte an, um den kalten Winter zu überstehen.

Der Iltis lebt am liebsten in Wäldern und Gehölzen an Sumpf- und Röhrichträndern, in Abfallhalden und in der Nähe von Häusern. Seine Verbreitung erstreckt sich über ganz Europa und reicht im Osten bis ins Uralgebirge. Er fehlt auf den Mittelmeerinseln, in weiten Teilen des Balkans, in Irland und auf Island. In Skandinavien besiedelt er nur den Süden Schwedens und Finnlands.

Das Gehege des Iltis wurde im Mai 2012 eröffnet und befindet sich auf dem Rundgang um den Blauweiher.
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Datum: 11. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau