Fichtenkreuzschnabel
Loxia curvirostra

Der Fichtenkreuzschnabel ist ein Singvogel aus der Familie der Finken. Auffälligstes Erkennungszeichen sind die beiden gekreuzten Spitzen seines dicken Schnabels. Mit diesem Spezialwerkzeug kann der Vogel die Samen zwischen den Schuppen von Nadelholzzapfen herausholen. Das Gefieder des Weibchens ist graugrün, dasjenige des Männchens gelb oder orange bis ziegelrot gefärbt.

Der Fichtenkreuzschnabel lebt hauptsächlich in Nadelwäldern, aber auch in Parkanlagen und Gärten Mittel- und Nordeuropas sowie in Asien und Nordamerika. Er hält sich am liebsten dort auf, wo er ein grosses Angebot an Nadelbaum-Samen findet. Gelegentlich frisst er auch wilde Früchte oder Insekten. In der Schweiz kommt es in unregelmässigen Abständen zu „Masseninvasionen“ von Fichtenkreuzschnäbeln aus dem Osten. Ursache dieses Phänomens ist wahrscheinlich eine schlechte Zapfenernte in der Heimat.

Bruten sind das ganze Jahr über möglich, Winter- und Frühlingsmonate werden jedoch bevorzugt. Den Nestbau übernimmt das Weibchen. Im oberen Bereich der Fichten errichtet es aus Halmen, Moos, Federn und Tierhaaren ein geeignetes Nest. Die drei bis fünf weiss-braun gefleckten Eier werden 14 bis 16 Tage lang gewärmt. Während dieser Zeit versorgt das Männchen das brütende Weibchen mit Futter. Etwa zwei Wochen nach dem Schlüpfen sind die Jungvögel flügge. Danach werden sie weiterhin für kurze Zeit von den Eltern versorgt. Erst jetzt bilden sich bei den Jungen die gekreuzten Schnabelspitzen.

Der Fichtenkreuzschnabel ist auch unter vielen anderen Namen bekannt. Da er in der Weihnachtszeit oft gesehen wird, bezeichnet man ihn auch als „Christvogel“. Die Legende besagt, dass der Fichtenkreuzschnabel versucht habe, die Nägel aus dem Kreuz Jesu zu ziehen – deshalb auch der gekreuzte Schnabel. Ein weiterer Name ist Gichtvogel. Man glaubte früher, der Vogel ziehe die Krankheit eines Kranken an sich. Zudem hört man auch die Namen „Krummschnabel“ und „Zigeunervogel“.
Im Natur- und Tierpark Goldau teilt sich der Fichtenkreuzschnabel eine Voliere mit Vögeln aus demselben Lebensraum. Zu finden ist die gefiederte Gemeinschaft rechts neben dem Eingang.
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Datum: 25. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau