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Gämse
Rupicapra rupicapra

Anders als bei den meisten Horn- und Geweihträgern sind bei der Gämse die Geschlechter auf den ersten Blick nicht so leicht zu unterscheiden. Sowohl die weiblichen Tiere wie auch die Männchen tragen nämlich kurze, schwarze Hörner (Krucken). In der Regel sind jedoch die Krucken der Böcke leicht dicker und stärker nach hinten gekrümmt als jene der Geissen.

Der „Gamsbart“, den man auf den Jägerhüten findet, besteht in Wirklichkeit aus dichten schwarzen Haaren vom Rücken, die im Winter besonders lang sind. Und auch die „Gämsblindheit“ täuscht in ihrem Namen. Diese Krankheit, bei der die Tiere auf einem oder beiden Augen erblinden können, befällt nämlich nicht nur die Gämsen, sondern auch Steinböcke. Es wird vermutet, dass Schafe und Ziegen die Wildtiere anstecken. Dabei kommt es glücklicherweise immer wieder zu einer spontanen Heilung, welche zu einer temporären Immunität führt.

Die Gämsen sind nicht eigentliche Hochgebirgstiere. Sie sind zwar ganzjährig dort in Gruppen anzutreffen, aber der Schwerpunkt ihres Lebensraumes ist die Waldgrenze. Vor allem im Sommer wandern sie in die Höhe und ernähren sich von frischem Gras und Kräutern. Gämsen sind anspruchsvoll in ihrer Nahrungsauswahl und empfindlich auf Ungewohntes, weshalb sie im Tierpark nicht gefüttert werden dürfen.

Gämsen waren im ansonsten wildarmen 19. Jahrhundert in den Alpen relativ häufig anzutreffen und wurden im Gegensatz zu Rothirsch oder Steinbock in der Schweiz nie ausgerottet. Schutzgebiete und strenge Jagdgesetze trugen auch im 20. Jahrhundert zur weiteren Ausbreitung bei.

Bei uns im Tierpark Goldau  finden Sie die Gämsen auf dem Rundgang im Gehege gegenüber dem Dianakiosk.
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Datum: 20. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau