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Graugans
Anser anser

Die Graugans ist die Stammform aller Hausgansrassen, ausser der Höckergans. Das typische „ga-ga-ga“ ist nicht nur Erkennungszeichen der wilden Graugänse in ganz Europa und Asien, sondern auch der gezüchteten Hausgans. Als Zugvogel legt die Graugans jährlich viele Kilometer zurück und reist der Sonne hinterher. Sie ist von der ähnlich aussehenden Saatgans durch den rein orange gefärbten Schnabel zu unterscheiden. Wie bei Gänsen üblich, sind beide Geschlechter gleich gefärbt, das Männchen (Ganter) ist aber etwas grösser. Das Verbreitungsgebiet der Graugänse erstreckt sich über ganz Eurasien, ausgenommen der sehr nördlichen und südlichen Gebiete. West- und Südeuropa (inklusive der Schweiz) sowie Südasien sind lediglich Durchzugs- oder Überwinterungsgebiete.

Jedes Jahr ziehen die Graugänse im Winter über Mitteleuropa Richtung Süden und lassen sich an der europäischen und nordafrikanischen Mittelmeerküste nieder. Ihre Brutquartiere finden die Graugänse in ganz Nord- und Mitteleuropa sowie in Asien. In den letzten Jahrzehnten wurden immer mehr Graugänse beobachtet, die auch über Winter an ihrem Brutplatz bleiben.

Nach der Rückkehr aus den Winterquartieren (Februar bis März) fängt die Balzzeit an. Im März bis April beginnen die Graugänse zu brüten, wobei sie ihre Nester am liebsten auf schwimmenden Inseln in ruhigen, einsamen Seen oder vegetationsreichen Mooren bauen. Das Weibchen legt meist 4-9, die etwa 27-29 Tage bebrütet werden. Die Gössel, wie junge Gänse genannt werden, verlassen einen Tag nach dem Schlüpfen schon das Nest und folgen ihren Eltern zu Nahrungsplätzen in der Nähe. Mit spätestens 2 Monaten können sie fliegen und ziehen im Herbst das erste Mal nach Süden.

Graugänse ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Stauden und Wurzeln, teilweise auch von Körnern, die sie auf Getreidestoppelfeldern finden. Berühmt ist der Versuch mit Graugänsen des bekannten Verhaltensforschers Konrad Lorenz: Er zog junge Graugänse auf, die ihn als Mutter bzw. Vater betrachteten und ihm überallhin folgten. Mit diesem Forschungsversuch konnte er aufzeigen, dass das „Mutterbild“ der jungen Graugänse nicht angeboren ist, sondern in der frühesten Phase ihres Lebens geprägt wird. Im Tierpark finden Sie unsere Graugänse auf dem Rundgang um den Blauweiher.
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Datum: 20. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau