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Laubfrosch
Hyla arborea

Die als Wetterpropheten bekannten Laubfrösche sind wahre Kletterkünstler. Dank ihren mit Haftscheiben versehenen Zehen sind sie sogar in der Lage, auf glatten Scheiben zu klettern. Zwar können Laubfrösche nicht wirklich das Wetter vorhersagen, aber sie sind die einzigen einheimischen Amphibien, die dank ihrem Hautsekret Sonnenbäder geniessen und dazu bei schönem Wetter auf Zweige klettern. Die meisten anderen Amphibien würden wegen ihrer wasserdurchlässigen Haut Gefahr laufen, dabei auszutrocknen.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind die Bestände des Laubfrosches in der Schweiz regelrecht zusammengebrochen. Während man früher das manchmal ohrenbetäubende Konzert dieser Art noch vielerorts im Mittelland vernehmen konnte, bieten sich heute nur noch wenige Orte als Lebensraum an. Der Laubfrosch ist ein Bewohner der Auenwälder und grosser Feuchtgebiete. Da praktisch alle Flüsse in den Tieflagen entweder verbaut oder für Kraftwerke gestaut wurden, fehlen den Laubfröschen dynamische, d.h. sich von Zeit zu Zeit verändernde Lebensräume. Diese sind jedoch nötig, da sie sich nur in besonnten, nicht zu stark bewachsenen Weihern wohl fühlen und auch fortpflanzen.

Deshalb findet man Laubfrösche heute am ehesten noch in Kiesgruben und in speziell für sie gepflegten Biotopen. Wegen den hohen Ansprüchen bieten ihnen kleinere Weiher in Gärten keine Ersatzlebensräume. In letzter Zeit konnten jedoch vereinzelt ehemalige Lebensräume renaturiert werden. Einige davon wurden von den Laubfröschen prompt wiederbesiedelt.

Der Tierpark Goldau hält eine Gruppe dieser auch in menschlicher Obhut recht heiklen Pfleglinge im Amphibienhaus am Weg zum Panoramaplatz. Es ist gar nicht einfach, einen dieser kleinen grünen Frösche zu entdecken. Versuchen Sie es doch einmal! Die meisten der jungen Frösche werden übrigens  im nahe gelegenen Naturschutzgebiet ausgewildert.
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Datum: 25. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau