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Poitou-Esel
Equus asinus domesticus

Die langhaarigen Poitou-Esel gehören zu den Grosseseln. Ursprünglich in Südfrankreich (Poitou) gezüchtet, wurden sie vor allem als Zug- und Lasttiere gebraucht. Wie alle ihre Verwandten stammen auch diese Esel von den heute fast ausgestorbenen Somali-Wildeseln in Nordafrika ab.

Das Sozialverhalten der Wildesel ist auch noch bei den domestizierten Hauseseln sichtbar. Eine Eselherde besteht aus einem Hengst mit einer Gruppe von Stuten und deren Fohlen. Der Eselhengst vertreibt alle männlichen Jungtiere, wenn sie geschlechtsreif werden. Um mit den Tieren trotzdem arbeiten und sie in einer Gruppe halten zu können, werden die meisten männlichen Jungtiere kastriert. Diese Tiere nennt man wie bei den Pferden Wallache.

Der zottelhaarige braune Poitou-Esel ist sehr grossgewachsen und kräftig, weshalb man ihn gerne zur Zucht verwendete.

Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und später der Automobile als Transport- und Verkehrsmittel wurden diese Tiere kaum mehr gebraucht. Deshalb ging die Zucht der Poitou-Esel drastisch zurück und führte fast zum Aussterben dieser seltenen Haustierrasse. Weltweit existieren nur noch ein paar hundert Poitou-Esel.

Einige unserer Esel sind Kreuzungen zwischen Katalanischen Rieseneseln und Poitou-Eseln. Sie tragen deshalb nicht das ganze Jahr ein so dichtes Fell wie die reinrassigen Tiere. Dafür erfreuen sich diese einer besseren Gesundheit als reinrassige Poitou-Esel. Diese weisen häufig Hufprobleme auf – wahrscheinlich ein Inzuchteffekt, der auf die kleine Zahl überlebender Poitou-Esel zurückzuführen ist.

Unsere Poitou-Esel finden Sie im Haustierpark neben der Bär-Wolf-Gemeinschaftsanlage. Ein Teil der Herde befindet sich jedoch ausserhalb des Parks und wird täglich von unseren Tierpflegern betreut.

Datum: 18. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau