Rothalsgans
Branta ruficollis

Wie der Name vermuten lässt, ist die eher kleine Rothalsgans an Wange, Hals und Brust in einem dunklen Rotbraun eingefärbt. Durch diese spezielle Färbung lässt sie sich gut von anderen Gänsen unterscheiden. Rothalsgänse sind gesellig und weiden tagsüber in Gruppen von oft mehreren 1000 Tieren. Ihr Brutgebiet befindet sich in der sibirischen Tundra, ihr Winterquartier dehnt sich bis zum schwarzen Meer und Zentralasien hin aus, vereinzelt tauchen die Rothalsgänse auch in Ost- oder gar Mitteleuropa auf. Rothalsgänse haben im Winterquartier einen sehr festen Tagesrhythmus, der sich nach der Sonne richtet. Vor Sonnenaufgang fliegen die ersten Schwärme der Rothalsgänse auf um zur nächsten Süßwasserstelle zu ziehen. Teilweise sind dabei mehrere Tausend Gänse gleichzeitig in der Luft. Am Abend beginnt pünktlich nach Sonnenuntergang der Rückflug zu den Übernachtungsplätzen.

Rothalsgänse legen anfangs Juni drei bis sechs Eier. Sie brüten in lockeren Kolonien von 5 bis 30 Paaren auf Vorsprüngen und Terrassen von steil abfallenden Uferböschungen entlang von Seen und Flussläufen der Tundra.

Die im Juli schlüpfenden Jungtiere sind bereits im August voll flugfähig. Dies ist eine wichtige Anpassung an den nördlichen Lebensraum, der bereits anfangs September in Richtung Süden verlassen werden muss. Dort finden die Gänse auch im Winter genügend Nahrung, welche aus Gräsern und Samen besteht.

Rothalsgänse brüten oft in der Nähe von Falkennestern wie etwa Wanderfalken oder Raufussbussarden. Auch in der Nähe von Großmöwenkolonien wie Eis- und Silbermöwen brüten Rothalsgänse häufiger, wenn auch deutlich seltener als in der Umgebung von Greifvogelnestern. Ornithologen vermuten, dass beide Beobachtungen zusammenhängen: Die Aufzucht der Brut in der Nähe des Greifvogelnestes schützt ihren Nachwuchs vor den Raubvögeln selbst, da diese nie in unmittelbarer Nähe ihres Nestes jagen. Zudem vertreiben die Greifvögel vehement mögliche Beutegreifer wie den Polarfuchs aus ihrem Brutgebiet – und damit auch aus dem Brutgebiet der Rothalsgans.

Im Tierpark Goldau finden Sie die Rothalsgans rund um den Blauweiher, wo sie sich auch gerne auf dem Weg aufhält.
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Datum: 21. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau