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Schleier-Eule
 Tyto alba

Die Schleier-Eule lässt sich leicht an der schneeweissen, flachen Gesichtsbefiederung erkennen. Zusammen mit den für Eulen eher kleinen, schwarzen Augen verleiht diese der Schleier-Eule das typische Aussehen. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt.

Schleier-Eulen sind ausgeprägte Kulturfolger, d.h. sie nehmen gerne von Menschen geschaffene Strukturen als Schlaf- und Nistplätze an. Häufiger als alle anderen Eulenarten nisten Schleier-Eulen in Dachstühlen, Taubenschlägen, Scheunen oder in Kirchtürmen. Ihr relativ hoher und unheimlicher Schrei brachte ihnen früher den Ruf eines Todesboten ein.

Die Schleier-Eule ist nachtaktiv, Tages- und Dämmerungsaktivität findet kaum statt. Sie besitzt besonders hoch entwickelte Sinne, so dass sie selbst in stockdunkler Nacht rein akustisch ihre Beute orten und jagen kann.

Ihre bevorzugte Nahrung besteht aus Mäusen, aber auch Singvögel, kleinere Eulenarten und Reptilien können auf ihrem Speiseplan stehen. Sie jagt meist aus einem niedrigen Suchflug, und da sie kaum ein Fluggeräusch (Anpassung der Federstruktur) verursacht, kann sie sogar dem Rascheln einer flüchtenden Maus nachfliegen.

Schleier-Eulen findet man fast überall in Europa (ausser Skandinavien), Südasien, Australien, Afrika und Amerika. Ihr Bestand ist heute in Mitteleuropa eher abnehmend, da viele geeignete Nistplätze durch Renovationen zerstört werden.

Im Tierpark Goldau befinden sich die Schleier-Eulen zusammen mit anderen Eulenarten in der begehbaren Voliere auf dem Rundgang. Es braucht etwas Geduld, um die Schleiereule tagsüber zu entdecken. Sie halten sich meist sehr gut versteckt in einer Felsnische oder einem hohlen Baumstamm auf.
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Datum: 24. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau