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Waschbär
Procyon lotor

Durch seinen kräftigen Körper und seinen kurzen Hals wirkt der Waschbär auf uns eher plump. Dennoch ist er ein flinker und geschickter Kletterer. Typische Merkmale sind  seine schwarze Gesichtsmaske und der geringelte Schwanz. Der Waschbär gehört zur Familie der Kleinbären und ist mit den Marderartigen näher verwandt als mit den echten Bären.

Die dämmerungs- und nachtaktiven Waschbären ruhen tagsüber in Erd- oder Baumhöhlen wo sie vor Feinden geschützt sind. Sie leben in lockeren Männchen- oder Weibchengruppen, wobei Letztere meist aus Müttern und ihren Nachkommen bestehen. Waschbären sind Allesfresser, in der Regel überwiegt aber der pflanzliche Anteil und besteht je nach Gegend und Jahreszeit aus Obst, Eicheln, Hafer und Mais. Als tierische Nahrung werden Wirbeltiere wie Kleinsäuger, Vögel und Fische bevorzugt, wobei auch Aas nicht verschmäht wird. Weiter stehen wirbellose Tiere, wie Insektenlarven und Regenwürmer auf dem Speisezettel.

Waschbären verfügen über einen hoch entwickelten Tastsinn. Potentielle Nahrung wird vor dem Fressen mit den Vorderpfoten genau untersucht. Im Zoo schwenken die Tiere manchmal ihre Nahrung vor dem Verzehr im Wasser. Dieses so genannte „Waschen“, welches den Waschbären ihren Namen gab, lässt sich aber nur in Tierhaltungen beobachten. Es wird angenommen, dass dieses Verhalten eine Ersatzhandlung für die Nahrungssuche im seichten Wasser ist.

Ursprünglich stammen die Waschbären aus Nordamerika und wurden zur Pelzzucht nach Europa eingeführt. Um 1930 sind einzelne Tiere aus Pelztierfarmen in Norddeutschland ausgerissen oder wurden ausgesetzt. Durch ihre Anpassungsfähigkeit  haben sie sich rasch ausgebreitet und sind 1976 erstmals in der Schweiz im Kanton Schaffhausen beobachtet worden. Mittlerweile leben vermutlich  in der ganzen nördlichen Schweiz Waschbären.

Im Tierpark erwarten Sie unsere Waschbären direkt beim Eingang.
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Datum: 18. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau