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Wildschwein
Sus scrofa

Die gedrungen gebauten Wildschweine sind die Stammform der Hausschweine. Auch wenn das Aussehen der Hausschweine nicht mehr viel an ihre frei lebenden Ahnen erinnert, sind die Verhaltensweisen von Haus- und Wildscheinen sehr ähnlich geblieben. Dies lässt sich vor allem beobachten, wenn Hausschweine verwildern. Wildschweine sind sozial lebende Tiere. Die Weibchen (Bachen) und Jungtiere (Frischlinge) bilden zusammen einen Familienverband (Rotte), der vom ältesten und erfahrensten Weibchen angeführt wird. Die männlichen Tiere (Keiler) leben fast das ganze Jahr als Einzelgänger. Nur im Winter treffen sie zur Paarung zu den Rotten. Im Tierpark Goldau lebt der Keiler fast das ganze Jahr zusammen mit der Rotte.

Wildschweine sind sehr intelligente Tiere, welche ein komplexes Zusammenleben führen. So besitzt jede Rotte einen eigenen Dialekt, anhand dessen Familienmitglieder erkannt werden. Fremde Wildschweine werden nicht in die Rotte aufgenommen.

Im 19. Jh. waren die Wildschweine – wie viele andere Wildtierarten in der Schweiz – durch starke Bejagung und Verlust der Lebensräume ausgerottet. Heutzutage sind sie aber wieder überall verbreitet. Sie profitieren insbesondere vom vermehrten Anbau von Futtermais für die Hausschweine in der Landwirtschaft. In solchen Gebieten müssen die Felder deshalb mit Elektrodrähten geschützt werden. Dies nützt bei den cleveren Allesfressern jedoch nicht immer, denn geschickt lernen sie solche Zäune zu umgehen. Ihre Lern- und Anpassungsfähigkeit ist auch der Grund für ihre weltweite, erfolgreiche Verbreitung: Ausser Wüste, Hochgebirge und Gebiete mit mehr als 60cm Dauerschnee können sie alle Regionen besiedeln.

Im Tierpark Goldau trifft man die Wildschweine auf dem Rundgang in einem grossen Gehege gegenüber der Bartgeiervoliere.
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Datum: 20. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau