Wisent
Bison bonasus

Der europäische Wisent wird oft mit seinem nordamerikanischen Verwandten, dem Bison, verwechselt. Bei genauerem Hinsehen stellt man jedoch Unterschiede in der Körperform fest, die vor allem auf den unterschiedlichen Lebensraum zurückzuführen sind. Die höher gewachsenen Wisente leben bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, während der vor allem im Brustbereich massigere Bison in der Prärie zu Hause ist. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Wisente erstreckte sich von ganz Europa über die gemässigte Zone bis nach China.

Um 1920 war der Wisent jedoch in der freien Wildbahn ausgerottet. Als 1923 eine internationale Vereinigung zur Rettung des Wisents gegründet wurde, lebten auf der ganzen Welt nur noch wenige Individuen in Zoos. Der heute frei lebende Bestand – vor allem in Polen und Russland – beträgt unterdessen wieder über 1’000 Tiere.

Wisente gehören zu den Wildrindern und leben hauptsächlich in so genannten Muttergruppen: erwachsene Kühe, mehrjährige Jungtiere und Kälber. Die höchste Rangstellung nimmt ein erfahrenes Weibchen ein. Aber auch Bullen (Männchen) finden sich in eigenen Gruppen oder mischen sich unter die Muttergruppen. Selten wird eine Herde grösser als 20 Tiere. Bei Bedrohung (z.B. durch Wölfe) bilden Wisente einen Kreis mit nach aussen gerichteten Hörnern. Die bedrohten Jungtiere werden zum Schutz in die Mitte genommen.

Obwohl ein Wisent leicht über 800kg wiegen kann und sich im Allgemeinen langsam fortbewegt, kann er doch aus dem Stand bis zu 3m breite oder 2m hohe Hindernisse überwinden – sofern er erkennen kann, wohin er springt. Dies stellt hohe Anforderungen an ein Gehege. Das grosse Wisentgehege am Anfang des Rundgangs lässt sich von verschiedenen Standorten einsehen und ist seit Juni 2001 bewohnt.
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Datum: 20. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau