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Zwergmaus

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Zwergmaus
Micromys minutus

Die ocker bis dunkelbraun gefärbte Zwergmaus bevorzugt feuchte Gebiete mit hohen Gras- oder Schilfbeständen von über 50cm Höhe. Eher selten findet man unser kleinstes einheimisches Nagetier auch in Waldlichtungen, an Waldrändern oder in Getreidefeldern. Das Verbreitungsgebiet ist trotzdem weitläufig: Zwergmäuse sind in ganz Eurasien bis nach Japan anzutreffen.

In der Schweiz befindet sich die Zwergmaus vorwiegend um den Neuenburger See sowie am Genfer See. Aber auch in den Kantonen Basel, Tessin und St. Gallen wurde die Zwergmaus schon gesichtet.

Zwergmäuse ernähren sich hauptsächlich von Samen und Insekten. Im Winter stellen sie vollständig auf tierische Nahrung um und suchen vor allem überwinternde Insekten. Auf der Suche nach Nahrung sind die Zwergmäuse vorwiegend tagsüber aktiv. Die natürliche deckungsreiche Umgebung im hohen Gras schützt sie dabei vor Feinden.

In der Nacht und für die Jungenaufzucht ziehen sich die Zwergmäuse in ein typisch kugeliges Nest aus langen Pflanzenblättern zurück, das zwischen Grashalmen eingewoben wurde.

Die bevorzugte Fortbewegungsart ist das Klettern. Der Schwanz der Zwergmaus ist an diese Lebensweise angepasst und dient beim Abwärtsklettern als zusätzliche Sicherung. Wenn Gefahr droht, verharren die Tiere in einer Art Tarnstellung, bei Überraschungen lassen sie sich auf den Boden fallen.

Im Tierpark Goldau sind die Zwergmäuse die heimliche Hauptattraktion bei Kindern. In dem Terrarium beim Baummarderhaus lebt eine grosse Zwergmausfamilie. Auf den ersten Blick erscheint dem Besucher das Gehege häufig unbelebt. Aber schon bald verraten sich die kleinen, braunen Tiere durch ihre emsige Futtersuche.
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Siebenschläfer

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Siebenschläfer
Glis glis

Der fast durchgehend grau gefärbte Siebenschläfer fällt durch seinen buschigen Schwanz und die schwarzen Knopfaugen auf. Trotzdem gehört er eher zu den unbekannten Bewohnern unserer Wälder. Dies mag zum einen daran liegen, dass Siebenschläfer nachtaktiv sind, zum andern, dass sie kaum je auf den Boden herunter steigen, sondern in Bäumen und Büschen leben.

Siebenschläfer sind, wie der Name schon andeutet, Winterschläfer. Im Allgemeinen suchen diese Tiere ab Oktober einen geschützten Ort (z.B. eine natürliche Baumhöhle) auf und überwintern dort bis Mitte oder Ende Mai – also sieben Monate. Auffällig ist, dass Siebenschläfer im Sommer gerne auch mal in Nistkästen, Scheunen oder Waldhütten leben, für den Winterschlaf verlassen sie diese künstlichen Schlaforte jedoch immer. Die Fortpflanzungsperiode findet von Mai bis August statt. Nach einer Tragzeit von 30-32 Tagen bringt das Weibchen einen einzigen Wurf mit durchschnittlich 5-7 Jungen zur Welt.

Als Lebensraum bevorzugt der Siebenschläfer Laubwälder vor allem in niedrigen Höhenlagen. Er ernährt sich hauptsächlich von Obst, Samen, Knospen und Pilzen. Dieser Speiseplan wird aber auch ergänzt durch verschiedene Insekten, Schnecken, Eier und sogar Jungvögeln.

Im Tierpark Goldau finden Sie das Terrarium für den Siebenschläfer im Baummarderhaus neben den Gartenschläfern. Häufig werden in den Sommermonaten auch tagsüber frei lebende Siebenschläfer neben dem Gehege beobachtet. Diese wilden Artgenossen werden vermutlich angelockt durch die anwesenden Siebenschläfer, deren Tagesrhythmus mit Hilfe einer Lichtanlage umgekehrt wurde. Dadurch sind die Tiere tagsüber aktiv und können von unseren Besuchern beobachtet werden.
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Gartenschläfer

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Gartenschläfer
Eliomys quercinus

Der wenig bekannte Gartenschläfer unterscheidet sich von dem bekannteren Siebenschläfer vor allem durch seine auffälligere Fellzeichnung. Er ist leicht an dem schwarzen Band zu erkennen, das über das Auge bis hinter das Ohr verläuft.

Der Name verrät, dass der Gartenschläfer ein so genannter Kulturfolger ist, d.h. er besiedelt auch Dörfer und grössere Städte. Man trifft ihn jedoch auch weitab jeder Zivilisation, wo er sich gerne in Bäumen oder Felsgebieten aufhält. In der Schweiz besiedelt er vor allem die Voralpen und den Jura. Durch seine vorwiegende Nachtaktivität ist der Gartenschläfer jedoch weitaus weniger bekannt als andere Hausbewohner wie Steinmarder, Igel oder Siebenschläfer.

Im Mai bringt das Weibchen 3-7 Junge in einem kugeligen Moos- und Grasnest zur Welt. Meist besitzt ein Weibchen mehrere solcher Nester in natürlichen oder künstlichen Höhlen, um bei Störungen das Nest wechseln zu können.

Die Jungtiere verlassen erst etwa nach einem Monat das Nest und gehen auf Nahrungssuche. Bis in den Herbst müssen sie sich nämlich das 40-fache ihres Geburtsgewichtes angefressen haben.

Um die nahrungsarme Jahreszeit zu überstehen, in der keine Insekten, Schnecken Amphibien oder Früchte mehr zu finden sind, zieht sich der Gartenschläfer zum Winterschlaf zurück. Dabei kann er bis zu 50% seines Körpergewichtes verlieren. Sich im Herbst einen Fettvorrat anzufressen, ist daher lebenswichtig. Das Gewicht von 60-80g wird vor dem Winterschlaf bis auf 80-120g erhöht. Der Winterschlaf setzt je nach Höhenlage Mitte September bis Ende Oktober ein.

Im Tierpark Goldau befindet sich das Terrarium für den Gartenschläfer im Baummarderhaus neben den Siebenschläfern. Die Umkehrung des Tag-Nacht-Rhythmus mittels einer Lichtanlage ermöglicht es Ihnen, den Gartenschläfer auch am Tag zu beobachten. Trotzdem braucht es etwas Geduld um ihn in der Anlage zu entdecken.
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Eichhörnchen

eichhoernchen

Eichhörnchen
Sciurus vulgaris

Die rötlichbraun bis braunschwarz gefärbten Eichhörnchen gehören zu den Nagetieren. Mit ihren scharfen Nagezähnen knacken Eichhörnchen sogar die Schalen der dicken Haselnüsse. Die Zähne der Eichhörnchen wachsen zeitlebens. Häufiger als Haselnüsse und Eicheln fressen die kleinen Kobolde jedoch Bucheckern und Fichtensamen. Oft findet man im Wald dicht am Stiel abgenagte Tannzapfen – hier war ein Eichhörnchen am Werk!

Da es im Winter für die Eichhörnchen schwierig ist, genug Futter zu finden, legen sie im Herbst, wenn Nahrung im Überfluss vorhanden ist, Futterverstecke an. Ob sich die Eichhörnchen im Winter an diese Lager erinnern können, oder ob sie nur an denselben Stellen suchen, an denen sie selbst ein solches Lager anlegen würden, ist noch ungeklärt. Jedenfalls spielen diese Verstecke eine wichtige Rolle für die Verjüngung des Waldes.

Denn einige Samen gehen vergessen und haben im Boden versteckt beste Chancen auszutreiben. Gerade die Bäume mit grossen Samen, welche nicht vom Wind verbreitet werden, sind deshalb auf die passive Verbreitung durch Vögel und kleine Säugetiere angewiesen. So profitieren beide Seiten: Die Bäume geben mit den Tannzapfensamen den Eichhörnchen Nahrung und die Eichhörnchen verbreiten diese Samen. Hier handelt es sich um ein klassisches Beispiel für eine Symbiose in der Natur.

Auch im Tierpark Goldau leben „wilde“ Eichhörnchen, die jedoch durch die Besucher oft gefüttert werden und deshalb viel zutraulicher sind als ihre Artgenossen in anderen Wäldern. Ihr Bestand ist trotzdem reguliert, denn jedes Eichhörnchen beansprucht ein Gebiet von 2-3 Hektaren. Darin sucht es Futter und baut sein Baumnest (Kobel), in welches es sich zum Schlafen und zum Gebären zurückzieht.
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Alpenmurmeltier

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Alpenmurmeltier
Marmota marmota

Das Alpenmurmeltier, ein entfernter Verwandter des Eichhörnchens, ist über die gesamte Alpenregion verbreitet. Es ernährt sich ausschliesslich von verschiedenen Pflanzenarten und ist je nach Jahreszeit zwischen vier und acht Kilogramm schwer. Im Sommer und Herbst müssen die Alpenmurmeltiere Fettreserven anfressen, die sie während des Winterschlafs und der anschliessenden Paarungszeit aufbrauchen.

Alpenmurmeltiere sind Winterschläfer, d.h. ihre Körpertemperatur fällt während des Winters bis auf ca. 5 Grad Celsius ab und das Herz schlägt nur noch 1-3 Mal pro Minute (normal 100 Herzschläge pro Minute). Sie erwachen in dieser Zeit im Rhythmus von drei bis vier Wochen, jedoch nur um zu koten und zu urinieren, bevor sie erneut in den Tiefschlaf fallen. Der Winterschlaf dauert ungefähr sechs Monate, so dass sie während der Schneeschmelze im Frühling aufwachen. Nach dieser Zeit haben sie 30–50% ihres Körpergewichtes verloren.

Alpenmurmeltiere leben in selbst gegrabenen Höhlensystemen in Familienverbänden von bis zu 15 Mitgliedern. Halten sie sich ausserhalb von diesen auf, steht immer ein Familienmitglied Wache, um die Familie notfalls mittels schrillen Pfiffen vor dem Angriff eines Greifvogels oder Fuchses zu warnen.

Die Jungen werden nach fünf Wochen Tragzeit in der Höhle noch unbehaart, blind und zahnlos geboren. Ein Wurf besteht aus 2-7 Jungtieren, die etwa 30g wiegen. Bis zum ersten Winter müssen die Jungen viel zunehmen und wachsen, denn um diesen zu überstehen, sollten die Jungtiere mindestens 1500g wiegen.

Im Tierpark Goldau hat sich unsere Alpenmurmeltierfamilie ein eigenes, weit verzweigtes Höhlenlabyrinth gegraben. Wie der regelmässige Nachwuchs zeigt, scheint sie sich sehr wohl zu fühlen. Besuchen Sie das Murmeltier in der Nähe des Eingangs!
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