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Zwergziege

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Zwergziege
Capra aegagrus hircus nanus

Nach neuesten Erkenntnissen gehören Wildziegen zu den ersten Wildtieren, die vor mehr als 10’000 Jahren im Vorderen Orient vom Menschen gezähmt wurden. Die Zwergziegen sind eine Unterart der Milchziegen und ursprünglich in Afrika beheimatet, wo sie noch bis heute als das meistverbreitete Haustier gehalten werden.

Die Böcke (Männchen) besitzen sichelförmige, schwach gebogene Hörner. Bei den Geissen (Weibchen) sind diese kleiner. Mit ihren relativ kurzen Beinen und ihrem eher dicken Bauch würde man nicht vermuten, dass die Tiere dennoch überaus geschickt sind und sogar auf Bäume klettern. Diese sehr gesellige Ziegenart wird auch in verschiedenen Farbschlägen gezüchtet.

Zwergziegen gehören zu den Wiederkäuern. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern, Kräutern, Stauden und Heu. Aber auch Äpfel, Karotten und hartes Brot stehen auf ihrem Speisezettel.
Im Abstand von 8 Monaten wirft die Geiss meist 1-2 Junge (Gitzi) nach einer Tragzeit von 150-160 Tagen. Mit 4 Monaten werden die Jungen entwöhnt. Die Zwergziegen werden sehr früh, nämlich nach einem halben Jahr, geschlechtsreif und können bis zu 15 Jahre alt werden.

Die Haltung von Zwergziegen fand während den letzten Jahren einen immer grösser werdenden Liebhaberkreis. Der wirtschaftliche Nutzen ist zwar klein, aber Zwergziegen sind relativ leicht zu halten und werden überall, wo sie anzutreffen sind, die Lieblinge der Kinder und vieler Erwachsener.

Im Tierpark Goldau treffen Sie unsere Zwergziegen in einem für Kinder zugänglichen Gehege auf dem Rundgang durch den Park an. Dort können sie gestreichelt und gefüttert werden.

Wisent

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Wisent
Bison bonasus

Der europäische Wisent wird oft mit seinem nordamerikanischen Verwandten, dem Bison, verwechselt. Bei genauerem Hinsehen stellt man jedoch Unterschiede in der Körperform fest, die vor allem auf den unterschiedlichen Lebensraum zurückzuführen sind. Die höher gewachsenen Wisente leben bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, während der vor allem im Brustbereich massigere Bison in der Prärie zu Hause ist. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Wisente erstreckte sich von ganz Europa über die gemässigte Zone bis nach China.

Um 1920 war der Wisent jedoch in der freien Wildbahn ausgerottet. Als 1923 eine internationale Vereinigung zur Rettung des Wisents gegründet wurde, lebten auf der ganzen Welt nur noch wenige Individuen in Zoos. Der heute frei lebende Bestand – vor allem in Polen und Russland – beträgt unterdessen wieder über 1’000 Tiere.

Wisente gehören zu den Wildrindern und leben hauptsächlich in so genannten Muttergruppen: erwachsene Kühe, mehrjährige Jungtiere und Kälber. Die höchste Rangstellung nimmt ein erfahrenes Weibchen ein. Aber auch Bullen (Männchen) finden sich in eigenen Gruppen oder mischen sich unter die Muttergruppen. Selten wird eine Herde grösser als 20 Tiere. Bei Bedrohung (z.B. durch Wölfe) bilden Wisente einen Kreis mit nach aussen gerichteten Hörnern. Die bedrohten Jungtiere werden zum Schutz in die Mitte genommen.

Obwohl ein Wisent leicht über 800kg wiegen kann und sich im Allgemeinen langsam fortbewegt, kann er doch aus dem Stand bis zu 3m breite oder 2m hohe Hindernisse überwinden – sofern er erkennen kann, wohin er springt. Dies stellt hohe Anforderungen an ein Gehege. Das grosse Wisentgehege am Anfang des Rundgangs lässt sich von verschiedenen Standorten einsehen und ist seit Juni 2001 bewohnt.
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Wildschwein

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Wildschwein
Sus scrofa

Die gedrungen gebauten Wildschweine sind die Stammform der Hausschweine. Auch wenn das Aussehen der Hausschweine nicht mehr viel an ihre frei lebenden Ahnen erinnert, sind die Verhaltensweisen von Haus- und Wildscheinen sehr ähnlich geblieben. Dies lässt sich vor allem beobachten, wenn Hausschweine verwildern. Wildschweine sind sozial lebende Tiere. Die Weibchen (Bachen) und Jungtiere (Frischlinge) bilden zusammen einen Familienverband (Rotte), der vom ältesten und erfahrensten Weibchen angeführt wird. Die männlichen Tiere (Keiler) leben fast das ganze Jahr als Einzelgänger. Nur im Winter treffen sie zur Paarung zu den Rotten. Im Tierpark Goldau lebt der Keiler fast das ganze Jahr zusammen mit der Rotte.

Wildschweine sind sehr intelligente Tiere, welche ein komplexes Zusammenleben führen. So besitzt jede Rotte einen eigenen Dialekt, anhand dessen Familienmitglieder erkannt werden. Fremde Wildschweine werden nicht in die Rotte aufgenommen.

Im 19. Jh. waren die Wildschweine – wie viele andere Wildtierarten in der Schweiz – durch starke Bejagung und Verlust der Lebensräume ausgerottet. Heutzutage sind sie aber wieder überall verbreitet. Sie profitieren insbesondere vom vermehrten Anbau von Futtermais für die Hausschweine in der Landwirtschaft. In solchen Gebieten müssen die Felder deshalb mit Elektrodrähten geschützt werden. Dies nützt bei den cleveren Allesfressern jedoch nicht immer, denn geschickt lernen sie solche Zäune zu umgehen. Ihre Lern- und Anpassungsfähigkeit ist auch der Grund für ihre weltweite, erfolgreiche Verbreitung: Ausser Wüste, Hochgebirge und Gebiete mit mehr als 60cm Dauerschnee können sie alle Regionen besiedeln.

Im Tierpark Goldau trifft man die Wildschweine auf dem Rundgang in einem grossen Gehege gegenüber der Bartgeiervoliere.
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Sikahirsch

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Sikahirsch
Cervus nippon

Der Sikahirsch ist ursprünglich in Südostasien und Japan beheimatet, von wo er nach Europa eingeführt und fast weltweit verbreitet wurde. In West- und Mitteleuropa ist er in freier Wildbahn wie auch in Wildgehegen anzutreffen. 1941 drangen erstmals Tiere von Deutschland her in die Schweizer Wälder vor.

Sikahirsche sind mittelgrosse Hirsche, die eine Schulterhöhe von knapp 100cm und ein Gewicht von 20-60kg erreichen können. Im Sommer hat der Sikahirsch ein kastanienbraunes Fell mit weissen Flecken und einem dunklen Rückenstreifen bis zur Körpermitte. Der Schwanz (Wedel) ist weiss – anders als beim Damhirsch, der in der Mitte des Wedels einen deutlichen schwarzen Streifen besitzt. Die Winterfärbung des Fells ist dunkler und die Flecken sind schwächer.

Den Sommer verbringt der Sikahirsch meist in nach Geschlechtern getrennten Rudeln. Ihm behagen Mischwälder im Flach- und Hügelland, wo er reichlich Nahrung findet. Gelegentlich richtet er Forstschäden durch Rindenschälung an Bäumen an. Das Stangengeweih wird im März/April abgeworfen, kurz danach fängt bis zur nächsten Brunft ein neues an zu wachsen. In der Fachsprache sagt man: Das Geweih wird „gefegt“.

Die Brunft der Sikahirsche setzt in der zweiten Oktoberhälfte ein und verläuft weniger kämpferisch als beim Rothirsch. Der Brunftruf ist ein durchdringendes, zischendes Pfeifen. Nach 7-8 Monaten wird im Mai in der Regel ein Kitz (Jungtier) geboren, welches, ähnlich wie das bekannte Rehkitz, getupft ist.

Im Tierpark Goldau können die Sikahirsche in der Freilaufzone beobachtet werden. Von dem ebenfalls dort anzutreffenden Damhirsch können die Sikahirsche durch ihre zierlichere Gestalt und dem weissen Wedel unterschieden werden.
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Rothirsch

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Rothhirsch
Cervus elaphus

Der Rothirsch ist mit seinen 100 bis 250kg Körpergewicht und einer Schulterhöhe von 100 bis 150cm das grösste Säugetier der Schweiz. Die männlichen Tiere (Stiere) beeindrucken uns zusätzlich mit ihren Geweihen. Dieses Geweih besteht aus Knochenmaterial, welches unter einer Hautschicht (Bast) während des Sommers heranwächst. Ende des Sommers wird der Bast an Bäumen abgefegt, und das Geweih, nun totes Material, kann während der Paarungszeit (Brunft) im Oktober zum Kämpfen mit anderen Stieren dienen.

In dieser Zeit versucht ein Stier möglichst viele weibliche Tiere (Kühe) in seinem Harem zu versammeln. Im Frühling wird nun das ganze Geweih abgeworfen und während des nächsten Sommers ein neues aufgebaut. Ein solches Rothirschgeweih kann mehr als 10kg wiegen. Rothirschrudel haben „Traditionen“, die aufgrund von Erfahrungen entstanden sind und das Leben der Tiere regeln. In Mutterfamilien werden diese an die weiblichen Kälber weitergegeben, wozu z.B. die Lage und die Nutzung von geeigneten Gebieten oder Wanderrouten gehören. In neu besiedelten Gebieten müssen diese Erfahrungen erst gesammelt werden, und es können Jahrzehnte vergehen bis die „Traditionen“ wieder aufgebaut sind. Auch in der Schweiz sind die Traditionen noch jung, denn der Rothirsch war nicht durchgehend einheimisch, wie man gerne annimmt.

Um 1850 galt er durch starke Bejagung und Einschränkung des Lebensraumes landesweit als ausgerottet. Es dauerte jedoch nicht lange, bis er durch Wiedereinwanderung aus Österreich erneut das Land besiedelte und neue Populationen entstanden. Der Rothirsch besitzt ein breites Nahrungsspektrum: von Gräsern, Kräutern und Knospen bis hin zu Baumrinden, Zweigen und Flechten.

Im Tierpark Goldau sind die Rothirsche in einem Gehege in der Nähe des Waldweihers zu betrachten.
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Reh

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Reh
Capreolus capreolus

Das Reh ist die kleinste einheimische Huftierart. Sein feiner Körperbau zeichnet es als so genannten Schlüpfer aus: Seine Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine, was den Rehen ermöglicht, auch dichtes Unterholz zu durchqueren oder sich darin zu verstecken. Dabei schieben die Hinterbeine den Rest des Körpers nach vorne.

Rehe sind in der Schweiz weit verbreitet. Die höchsten Bestände kommen im Mittelland und in den Voralpen vor. Rehe können zudem hochgelegene Wälder besiedeln. Über der Waldgrenze trifft man sie hingegen nur ausnahmsweise an.

Die Paarungszeit der Rehe ist im Sommer. An schönen Sommerabenden kann man im Wald das „Bellen“ der Rehböcke manchmal von weitem hören: Sie rufen ihren Anspruch auf das Revier in die Dämmerung hinaus.

Die Weibchen setzen meist zwei Jungtiere (Kitze) im Frühjahr des folgenden Jahres ab. Diese verbringen die ersten Lebenswochen im hohen Gras oder Dickicht versteckt. Mit ihrem weiss gefleckten Fell sind sie optimal getarnt. Das Muttertier kehrt nur zum Säugen zu ihren Jungtieren zurück.

Rehe haben den Ruf, Feinschmecker zu sein und sich von vielen verschiedenen Pflanzen zu ernähren,  die sie genau auswählen. Wichtig ist vor allem eine nährstoffreiche und leicht verdauliche Ernährung. Nebst Kräutern und Gräsern gehören auch verholzte Triebe von Sträuchern und jungen Bäumen auf den Speisezettel. Die Rehe sind deshalb anspruchsvolle Pfleglinge und können im Tierpark nicht in der Freilaufzone gehalten werden.

Im Tierpark Goldau befinden sich die Rehe in einem Gehege am Rande des Panoramaplatzes.
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Hausschwein

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Hausschwein
Sus scrofa domesticus

Hausschweine unterscheiden sich mit der in der Regel rosa gefärbten Haut und dem Ringelschwanz äusserlich klar von ihren Vorfahren, den Wildschweinen. Was ihr Verhalten betrifft sind sich die beiden jedoch sehr ähnlich. Falls es die Haltung zulässt, stöbern Hausschweine mit ihrer ausgezeichneten Nase im Boden nach Futter und bauen aus Ästen einen Unterschlupf für ihre Jungen. Ausserdem schliessen sie sich zu Familien zusammen und trennen ihr Gehege in einen Kot- und Liegeplatz ab. Das sind alles Verhaltensweisen, die auch beim Wildschwein beobachtet werden können. Was ihre Nahrung betrifft sind Schweine nicht wählerisch. Als typische Allesfresser ernähren sie sich von dem, was sie am einfachsten finden.

Das Schwein wurde vor etwa 10’000 Jahren domestiziert (gezähmt) und auf Grösse gezüchtet, um möglichst grosse Schweine für die Fleischproduktion zu erhalten.

So erstaunt es nicht, dass Hausschweine grösser als Wildschweine werden können und auch vier zusätzliche Rippenpaare besitzen – so gibt es 8 Koteletten mehr als vom wilden Vorfahren. Das Schwein wird aber nicht nur zur Fleisch- und Fettproduktion verwendet. Heute werden praktisch alle Bestandteile eines Schweins genutzt. Seine Haut wird als Leder weiterverarbeitet, aus den Borsten stellt man z.B. Pinsel und Bürsten her und aus den Knochen kann Gelatine gewonnen werden, welche man in unzähligen Produkten und Lebensmitteln wieder findet.

Im Haustierpark des Natur- und Tierpark Goldau leben unsere Hausschweine ihre wilde Seite aus und lassen sich beim Wühlen in der Erde und beim Suhlen im Schlamm beobachten. Letzteres tun sie übrigens nicht nur aus Spass. Da Schweine nicht schwitzen können, kühlen sie so ihren Körper ab und reinigen sich gleichzeitig von Parasiten.
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Gämse

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Gämse
Rupicapra rupicapra

Anders als bei den meisten Horn- und Geweihträgern sind bei der Gämse die Geschlechter auf den ersten Blick nicht so leicht zu unterscheiden. Sowohl die weiblichen Tiere wie auch die Männchen tragen nämlich kurze, schwarze Hörner (Krucken). In der Regel sind jedoch die Krucken der Böcke leicht dicker und stärker nach hinten gekrümmt als jene der Geissen.

Der „Gamsbart“, den man auf den Jägerhüten findet, besteht in Wirklichkeit aus dichten schwarzen Haaren vom Rücken, die im Winter besonders lang sind. Und auch die „Gämsblindheit“ täuscht in ihrem Namen. Diese Krankheit, bei der die Tiere auf einem oder beiden Augen erblinden können, befällt nämlich nicht nur die Gämsen, sondern auch Steinböcke. Es wird vermutet, dass Schafe und Ziegen die Wildtiere anstecken. Dabei kommt es glücklicherweise immer wieder zu einer spontanen Heilung, welche zu einer temporären Immunität führt.

Die Gämsen sind nicht eigentliche Hochgebirgstiere. Sie sind zwar ganzjährig dort in Gruppen anzutreffen, aber der Schwerpunkt ihres Lebensraumes ist die Waldgrenze. Vor allem im Sommer wandern sie in die Höhe und ernähren sich von frischem Gras und Kräutern. Gämsen sind anspruchsvoll in ihrer Nahrungsauswahl und empfindlich auf Ungewohntes, weshalb sie im Tierpark nicht gefüttert werden dürfen.

Gämsen waren im ansonsten wildarmen 19. Jahrhundert in den Alpen relativ häufig anzutreffen und wurden im Gegensatz zu Rothirsch oder Steinbock in der Schweiz nie ausgerottet. Schutzgebiete und strenge Jagdgesetze trugen auch im 20. Jahrhundert zur weiteren Ausbreitung bei.

Bei uns im Tierpark Goldau  finden Sie die Gämsen auf dem Rundgang im Gehege gegenüber dem Dianakiosk.
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Evolèner-Rind

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Evolèner-Rind
Bos primigenius f. taurus

Das Evolèner-Rind mit seinem typischen „Stern“ – dem weissen Fleck auf der Stirn – ist eine alte Schweizer Nutztierrasse. Die Tiere sind meistens rot, seltener schwarz oder braun gefärbt. Das soziale Leben in der Herde wird bei den Rindern durch eine klare Rangordnung geregelt. Diese wird durch Drohgebärden und kleinen Stössen mit dem Kopf immer wieder neu ausgemacht. Auch das Muhen dient der Kommunikation und bringt je nach Tonlage und Lautstärke andere Bedürfnisse zum Ausdruck.

Rinder gehören zur Gattung der Wiederkäuer und vertilgen pro Tag rund 70 kg Gras, 4 kg Kraftfutter und trinken 80 Literl Wasser. Das Futter wird nahezu unverdaut geschluckt und erst später beim Wiederkäuen verdaut. Die Tiere besitzen ein ausgeklügeltes Verdauungssystem mit mehreren Mägen. Mit Hilfe von unzähligen Mikroorganismen im Verdauungstrakt können die Rinder aus dem für den Menschen unverdaulichen Gras (Zellulose) Energie gewinnen.

Genau wie ihre kämpfenden Verwandten, die Eringer, wurden die Evolèner im Wallis gezüchtet und dort Mitte des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal erwähnt. Ihren Name tragen sie nach dem gleichnamigen Dorf im Val d’Hérens. Im 20. Jahrhundert geriet die robuste und berggängige Rasse in Vergessenheit, bis sie kurz vor dem Verschwinden stand. Dank engagierten Züchtern und Pro Specie Rara erholt sich der Bestand seit den 1990er Jahren wieder.

Der Natur- und Tierpark Goldau leistet mit der Haltung und Zucht von Evolèner-Rindern einen Beitrag zum Erhalt dieser alten Schweizer Rasse. Ihr Gehege befindet sich im Haustierpark in der Nähe der Bär/Wolfanlage.

Mufflon

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Mufflon
Ovis musimon

Das Mufflon ist das kleinste Wildschaf und so nahe mit unseren Hausschafen verwandt, dass man sie problemlos miteinander kreuzen könnte. Wie die Hausschafe sind auch Mufflons sehr gesellige Tiere und tagaktiv. Sie leben in grossen, gemischten Herden zusammen, lediglich im Sommer sondern sich die Männchen (so genannte Widder) einzeln oder in Gruppen ab.

Die Weibchen haben keine Hörner, die erwachsenen Widder hingegen sind an ihren gewundenen, grossen Hörnern leicht zu erkennen. Ein solches Horn, das bis zu 85cm lang werden kann, wächst das ganze Leben lang. Es wird, im Gegensatz zu den Geweihen der Hirsche, nie abgeworfen. Das Horn besteht aus einem Knochenzapfen, der mit einer Hornschicht überzogen ist. Mit den Hörnern werden auch die Rangkämpfe innerhalb einer Gruppe ausgetragen. Die Widder nehmen bis zu 20m Anlauf und stossen mit lautem Krachen aufeinander. Zwischen Oktober und Dezember können diese Rangkämpfe manchmal auch im Tierpark beobachten werden.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Mufflons befindet sich auf Korsika und Sardinien, wo es in der Zwischenzeit als gefährdet gilt. Wahrscheinlich wurden schon zu Römerzeiten einige Tiere aufs Festland gebracht. Das heutige Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Mitteleuropa, ausser Grossbritannien, Luxemburg und Belgien. Es ist jedoch dauernd Veränderungen unterworfen, da immer wieder Mufflon-Populationen verschwinden, oder auch anderorts wieder neue Tiere ausgesetzt werden. In der Schweiz selber wurden verschiedene Gesuche zur Aussetzung abgelehnt. Trotzdem leben im Wallis einige kleine Kolonien, die anfangs der siebziger Jahre aus Frankreich einwanderten.

Im Tierpark Goldau finden Sie unsere Mufflonherde in der Freilaufzone. Sie werden von den Besuchern gerne mit Geissen oder Steinböcken verwechselt. Diese beiden Arten finden Sie bei uns jedoch nur in einem Gehege.
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Alpensteinbock

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Alpensteinbock
Capra ibex

Der Steinbock ist eines der eindrücklichsten Tiere unserer Alpen. Heute gehört der Steinbock wie selbstverständlich zum Bild der Schweizer Bergwelt, was aber Ende des 19. Jahrhunderts ganz anders aussah. Die bis zu 1m langen Hörner der männlichen Tiere, welche über 10kg wiegen können, galten früher in allen möglichen Verarbeitungen als Wunder- und Heilmittel. Deshalb setzte man dem Steinbock durch Bejagung so stark zu, bis er um 1850 im ganzen Alpenraum als ausgerottet galt. Lediglich ein kleiner Bestand in Italien wurde vom damaligen König persönlich geschützt. Erst 1911 konnten in der Schweiz wieder Steinböcke aus der Zucht von illegal beschafften Tieren ausgesetzt werden und sich ausbreiten.

Die weiblichen Tiere (Steingeissen) sind bedeutend zierlicher als die Böcke. Ihre Hörner werden lediglich 35cm lang, sind dadurch aber nützlicher für die Verteidigung gegen Feinde und aufdringliche Artgenossen.

Der Kopf wird dabei gesenkt, so dass die spitzen Enden nach vorne schauen. Anhand der am Horn gebildeten Jahresringe lässt sich das Alter der Steinböcke bestimmen, die Knoten oder Schmuckwülste auf der Vorderseite entstehen in der Regel zweimal jährlich.

Nicht nur die Steingeissen, sondern auch die massigeren Böcke sind geschickte Kletterer. Die Hufe haben aussen einen harten Rand und innen weiche, haftende Ballen, die auch im steilsten Gelände einen guten Halt ermöglichen. Ein Steinbock kann aus dem Stand mehrere Meter hoch und weit springen. Das Gehege im Tierpark verlässt er aber trotzdem nicht, da Steinböcke sehr ortstreue Tiere sind, die ein nahrungssicheres Gebiet nicht so schnell verlassen.

Das Steinbockgehege finden Sie gleich neben der Eulenvoliere. Der gegenüberliegende Rastplatz bietet eine gute Gelegenheit, die Steinböcke in aller Ruhe zu beobachten.
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