Skip to Content

Blog Archives

Zwergziege

Tiere_Zwergziege_1

Zwergziege
Capra aegagrus hircus nanus

Nach neuesten Erkenntnissen gehören Wildziegen zu den ersten Wildtieren, die vor mehr als 10’000 Jahren im Vorderen Orient vom Menschen gezähmt wurden. Die Zwergziegen sind eine Unterart der Milchziegen und ursprünglich in Afrika beheimatet, wo sie noch bis heute als das meistverbreitete Haustier gehalten werden.

Die Böcke (Männchen) besitzen sichelförmige, schwach gebogene Hörner. Bei den Geissen (Weibchen) sind diese kleiner. Mit ihren relativ kurzen Beinen und ihrem eher dicken Bauch würde man nicht vermuten, dass die Tiere dennoch überaus geschickt sind und sogar auf Bäume klettern. Diese sehr gesellige Ziegenart wird auch in verschiedenen Farbschlägen gezüchtet.

Zwergziegen gehören zu den Wiederkäuern. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Gräsern, Kräutern, Stauden und Heu. Aber auch Äpfel, Karotten und hartes Brot stehen auf ihrem Speisezettel.
Im Abstand von 8 Monaten wirft die Geiss meist 1-2 Junge (Gitzi) nach einer Tragzeit von 150-160 Tagen. Mit 4 Monaten werden die Jungen entwöhnt. Die Zwergziegen werden sehr früh, nämlich nach einem halben Jahr, geschlechtsreif und können bis zu 15 Jahre alt werden.

Die Haltung von Zwergziegen fand während den letzten Jahren einen immer grösser werdenden Liebhaberkreis. Der wirtschaftliche Nutzen ist zwar klein, aber Zwergziegen sind relativ leicht zu halten und werden überall, wo sie anzutreffen sind, die Lieblinge der Kinder und vieler Erwachsener.

Im Tierpark Goldau treffen Sie unsere Zwergziegen in einem für Kinder zugänglichen Gehege auf dem Rundgang durch den Park an. Dort können sie gestreichelt und gefüttert werden.

Wisent

Tiere_Wisent_1

Wisent
Bison bonasus

Der europäische Wisent wird oft mit seinem nordamerikanischen Verwandten, dem Bison, verwechselt. Bei genauerem Hinsehen stellt man jedoch Unterschiede in der Körperform fest, die vor allem auf den unterschiedlichen Lebensraum zurückzuführen sind. Die höher gewachsenen Wisente leben bevorzugt in Laub- und Mischwäldern, während der vor allem im Brustbereich massigere Bison in der Prärie zu Hause ist. Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Wisente erstreckte sich von ganz Europa über die gemässigte Zone bis nach China.

Um 1920 war der Wisent jedoch in der freien Wildbahn ausgerottet. Als 1923 eine internationale Vereinigung zur Rettung des Wisents gegründet wurde, lebten auf der ganzen Welt nur noch wenige Individuen in Zoos. Der heute frei lebende Bestand – vor allem in Polen und Russland – beträgt unterdessen wieder über 1’000 Tiere.

Wisente gehören zu den Wildrindern und leben hauptsächlich in so genannten Muttergruppen: erwachsene Kühe, mehrjährige Jungtiere und Kälber. Die höchste Rangstellung nimmt ein erfahrenes Weibchen ein. Aber auch Bullen (Männchen) finden sich in eigenen Gruppen oder mischen sich unter die Muttergruppen. Selten wird eine Herde grösser als 20 Tiere. Bei Bedrohung (z.B. durch Wölfe) bilden Wisente einen Kreis mit nach aussen gerichteten Hörnern. Die bedrohten Jungtiere werden zum Schutz in die Mitte genommen.

Obwohl ein Wisent leicht über 800kg wiegen kann und sich im Allgemeinen langsam fortbewegt, kann er doch aus dem Stand bis zu 3m breite oder 2m hohe Hindernisse überwinden – sofern er erkennen kann, wohin er springt. Dies stellt hohe Anforderungen an ein Gehege. Das grosse Wisentgehege am Anfang des Rundgangs lässt sich von verschiedenen Standorten einsehen und ist seit Juni 2001 bewohnt.
Weitere Informationen

Wildschwein

Tiere_Wildschwein_1

Wildschwein
Sus scrofa

Die gedrungen gebauten Wildschweine sind die Stammform der Hausschweine. Auch wenn das Aussehen der Hausschweine nicht mehr viel an ihre frei lebenden Ahnen erinnert, sind die Verhaltensweisen von Haus- und Wildscheinen sehr ähnlich geblieben. Dies lässt sich vor allem beobachten, wenn Hausschweine verwildern. Wildschweine sind sozial lebende Tiere. Die Weibchen (Bachen) und Jungtiere (Frischlinge) bilden zusammen einen Familienverband (Rotte), der vom ältesten und erfahrensten Weibchen angeführt wird. Die männlichen Tiere (Keiler) leben fast das ganze Jahr als Einzelgänger. Nur im Winter treffen sie zur Paarung zu den Rotten. Im Tierpark Goldau lebt der Keiler fast das ganze Jahr zusammen mit der Rotte.

Wildschweine sind sehr intelligente Tiere, welche ein komplexes Zusammenleben führen. So besitzt jede Rotte einen eigenen Dialekt, anhand dessen Familienmitglieder erkannt werden. Fremde Wildschweine werden nicht in die Rotte aufgenommen.

Im 19. Jh. waren die Wildschweine – wie viele andere Wildtierarten in der Schweiz – durch starke Bejagung und Verlust der Lebensräume ausgerottet. Heutzutage sind sie aber wieder überall verbreitet. Sie profitieren insbesondere vom vermehrten Anbau von Futtermais für die Hausschweine in der Landwirtschaft. In solchen Gebieten müssen die Felder deshalb mit Elektrodrähten geschützt werden. Dies nützt bei den cleveren Allesfressern jedoch nicht immer, denn geschickt lernen sie solche Zäune zu umgehen. Ihre Lern- und Anpassungsfähigkeit ist auch der Grund für ihre weltweite, erfolgreiche Verbreitung: Ausser Wüste, Hochgebirge und Gebiete mit mehr als 60cm Dauerschnee können sie alle Regionen besiedeln.

Im Tierpark Goldau trifft man die Wildschweine auf dem Rundgang in einem grossen Gehege gegenüber der Bartgeiervoliere.
Weitere Informationen

Sikahirsch

Tiere_Sikahirsch_1

Sikahirsch
Cervus nippon

Der Sikahirsch ist ursprünglich in Südostasien und Japan beheimatet, von wo er nach Europa eingeführt und fast weltweit verbreitet wurde. In West- und Mitteleuropa ist er in freier Wildbahn wie auch in Wildgehegen anzutreffen. 1941 drangen erstmals Tiere von Deutschland her in die Schweizer Wälder vor.

Sikahirsche sind mittelgrosse Hirsche, die eine Schulterhöhe von knapp 100cm und ein Gewicht von 20-60kg erreichen können. Im Sommer hat der Sikahirsch ein kastanienbraunes Fell mit weissen Flecken und einem dunklen Rückenstreifen bis zur Körpermitte. Der Schwanz (Wedel) ist weiss – anders als beim Damhirsch, der in der Mitte des Wedels einen deutlichen schwarzen Streifen besitzt. Die Winterfärbung des Fells ist dunkler und die Flecken sind schwächer.

Den Sommer verbringt der Sikahirsch meist in nach Geschlechtern getrennten Rudeln. Ihm behagen Mischwälder im Flach- und Hügelland, wo er reichlich Nahrung findet. Gelegentlich richtet er Forstschäden durch Rindenschälung an Bäumen an. Das Stangengeweih wird im März/April abgeworfen, kurz danach fängt bis zur nächsten Brunft ein neues an zu wachsen. In der Fachsprache sagt man: Das Geweih wird „gefegt“.

Die Brunft der Sikahirsche setzt in der zweiten Oktoberhälfte ein und verläuft weniger kämpferisch als beim Rothirsch. Der Brunftruf ist ein durchdringendes, zischendes Pfeifen. Nach 7-8 Monaten wird im Mai in der Regel ein Kitz (Jungtier) geboren, welches, ähnlich wie das bekannte Rehkitz, getupft ist.

Im Tierpark Goldau können die Sikahirsche in der Freilaufzone beobachtet werden. Von dem ebenfalls dort anzutreffenden Damhirsch können die Sikahirsche durch ihre zierlichere Gestalt und dem weissen Wedel unterschieden werden.
Weitere Informationen

Rothirsch

Tiere_Rothirsch_1

Rothhirsch
Cervus elaphus

Der Rothirsch ist mit seinen 100 bis 250kg Körpergewicht und einer Schulterhöhe von 100 bis 150cm das grösste Säugetier der Schweiz. Die männlichen Tiere (Stiere) beeindrucken uns zusätzlich mit ihren Geweihen. Dieses Geweih besteht aus Knochenmaterial, welches unter einer Hautschicht (Bast) während des Sommers heranwächst. Ende des Sommers wird der Bast an Bäumen abgefegt, und das Geweih, nun totes Material, kann während der Paarungszeit (Brunft) im Oktober zum Kämpfen mit anderen Stieren dienen.

In dieser Zeit versucht ein Stier möglichst viele weibliche Tiere (Kühe) in seinem Harem zu versammeln. Im Frühling wird nun das ganze Geweih abgeworfen und während des nächsten Sommers ein neues aufgebaut. Ein solches Rothirschgeweih kann mehr als 10kg wiegen. Rothirschrudel haben „Traditionen“, die aufgrund von Erfahrungen entstanden sind und das Leben der Tiere regeln. In Mutterfamilien werden diese an die weiblichen Kälber weitergegeben, wozu z.B. die Lage und die Nutzung von geeigneten Gebieten oder Wanderrouten gehören. In neu besiedelten Gebieten müssen diese Erfahrungen erst gesammelt werden, und es können Jahrzehnte vergehen bis die „Traditionen“ wieder aufgebaut sind. Auch in der Schweiz sind die Traditionen noch jung, denn der Rothirsch war nicht durchgehend einheimisch, wie man gerne annimmt.

Um 1850 galt er durch starke Bejagung und Einschränkung des Lebensraumes landesweit als ausgerottet. Es dauerte jedoch nicht lange, bis er durch Wiedereinwanderung aus Österreich erneut das Land besiedelte und neue Populationen entstanden. Der Rothirsch besitzt ein breites Nahrungsspektrum: von Gräsern, Kräutern und Knospen bis hin zu Baumrinden, Zweigen und Flechten.

Im Tierpark Goldau sind die Rothirsche in einem Gehege in der Nähe des Waldweihers zu betrachten.
Weitere Informationen

Reh

Tiere_Reh_1

Reh
Capreolus capreolus

Das Reh ist die kleinste einheimische Huftierart. Sein feiner Körperbau zeichnet es als so genannten Schlüpfer aus: Seine Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine, was den Rehen ermöglicht, auch dichtes Unterholz zu durchqueren oder sich darin zu verstecken. Dabei schieben die Hinterbeine den Rest des Körpers nach vorne.

Rehe sind in der Schweiz weit verbreitet. Die höchsten Bestände kommen im Mittelland und in den Voralpen vor. Rehe können zudem hochgelegene Wälder besiedeln. Über der Waldgrenze trifft man sie hingegen nur ausnahmsweise an.

Die Paarungszeit der Rehe ist im Sommer. An schönen Sommerabenden kann man im Wald das „Bellen“ der Rehböcke manchmal von weitem hören: Sie rufen ihren Anspruch auf das Revier in die Dämmerung hinaus.

Die Weibchen setzen meist zwei Jungtiere (Kitze) im Frühjahr des folgenden Jahres ab. Diese verbringen die ersten Lebenswochen im hohen Gras oder Dickicht versteckt. Mit ihrem weiss gefleckten Fell sind sie optimal getarnt. Das Muttertier kehrt nur zum Säugen zu ihren Jungtieren zurück.

Rehe haben den Ruf, Feinschmecker zu sein und sich von vielen verschiedenen Pflanzen zu ernähren,  die sie genau auswählen. Wichtig ist vor allem eine nährstoffreiche und leicht verdauliche Ernährung. Nebst Kräutern und Gräsern gehören auch verholzte Triebe von Sträuchern und jungen Bäumen auf den Speisezettel. Die Rehe sind deshalb anspruchsvolle Pfleglinge und können im Tierpark nicht in der Freilaufzone gehalten werden.

Im Tierpark Goldau befinden sich die Rehe in einem Gehege am Rande des Panoramaplatzes.
Weitere Informationen

Hausschwein

Tiere_Hausschwein_1

Hausschwein
Sus scrofa domesticus

Hausschweine unterscheiden sich mit der in der Regel rosa gefärbten Haut und dem Ringelschwanz äusserlich klar von ihren Vorfahren, den Wildschweinen. Was ihr Verhalten betrifft sind sich die beiden jedoch sehr ähnlich. Falls es die Haltung zulässt, stöbern Hausschweine mit ihrer ausgezeichneten Nase im Boden nach Futter und bauen aus Ästen einen Unterschlupf für ihre Jungen. Ausserdem schliessen sie sich zu Familien zusammen und trennen ihr Gehege in einen Kot- und Liegeplatz ab. Das sind alles Verhaltensweisen, die auch beim Wildschwein beobachtet werden können. Was ihre Nahrung betrifft sind Schweine nicht wählerisch. Als typische Allesfresser ernähren sie sich von dem, was sie am einfachsten finden.

Das Schwein wurde vor etwa 10’000 Jahren domestiziert (gezähmt) und auf Grösse gezüchtet, um möglichst grosse Schweine für die Fleischproduktion zu erhalten.

So erstaunt es nicht, dass Hausschweine grösser als Wildschweine werden können und auch vier zusätzliche Rippenpaare besitzen – so gibt es 8 Koteletten mehr als vom wilden Vorfahren. Das Schwein wird aber nicht nur zur Fleisch- und Fettproduktion verwendet. Heute werden praktisch alle Bestandteile eines Schweins genutzt. Seine Haut wird als Leder weiterverarbeitet, aus den Borsten stellt man z.B. Pinsel und Bürsten her und aus den Knochen kann Gelatine gewonnen werden, welche man in unzähligen Produkten und Lebensmitteln wieder findet.

Im Haustierpark des Natur- und Tierpark Goldau leben unsere Hausschweine ihre wilde Seite aus und lassen sich beim Wühlen in der Erde und beim Suhlen im Schlamm beobachten. Letzteres tun sie übrigens nicht nur aus Spass. Da Schweine nicht schwitzen können, kühlen sie so ihren Körper ab und reinigen sich gleichzeitig von Parasiten.
Weitere Informationen

Gämse

Tiere_Gaemse_1

Gämse
Rupicapra rupicapra

Anders als bei den meisten Horn- und Geweihträgern sind bei der Gämse die Geschlechter auf den ersten Blick nicht so leicht zu unterscheiden. Sowohl die weiblichen Tiere wie auch die Männchen tragen nämlich kurze, schwarze Hörner (Krucken). In der Regel sind jedoch die Krucken der Böcke leicht dicker und stärker nach hinten gekrümmt als jene der Geissen.

Der „Gamsbart“, den man auf den Jägerhüten findet, besteht in Wirklichkeit aus dichten schwarzen Haaren vom Rücken, die im Winter besonders lang sind. Und auch die „Gämsblindheit“ täuscht in ihrem Namen. Diese Krankheit, bei der die Tiere auf einem oder beiden Augen erblinden können, befällt nämlich nicht nur die Gämsen, sondern auch Steinböcke. Es wird vermutet, dass Schafe und Ziegen die Wildtiere anstecken. Dabei kommt es glücklicherweise immer wieder zu einer spontanen Heilung, welche zu einer temporären Immunität führt.

Die Gämsen sind nicht eigentliche Hochgebirgstiere. Sie sind zwar ganzjährig dort in Gruppen anzutreffen, aber der Schwerpunkt ihres Lebensraumes ist die Waldgrenze. Vor allem im Sommer wandern sie in die Höhe und ernähren sich von frischem Gras und Kräutern. Gämsen sind anspruchsvoll in ihrer Nahrungsauswahl und empfindlich auf Ungewohntes, weshalb sie im Tierpark nicht gefüttert werden dürfen.

Gämsen waren im ansonsten wildarmen 19. Jahrhundert in den Alpen relativ häufig anzutreffen und wurden im Gegensatz zu Rothirsch oder Steinbock in der Schweiz nie ausgerottet. Schutzgebiete und strenge Jagdgesetze trugen auch im 20. Jahrhundert zur weiteren Ausbreitung bei.

Bei uns im Tierpark Goldau  finden Sie die Gämsen auf dem Rundgang im Gehege gegenüber dem Dianakiosk.
Weitere Informationen

Evolèner-Rind

Tiere_Evolenerrind_1

Evolèner-Rind
Bos primigenius f. taurus

Das Evolèner-Rind mit seinem typischen „Stern“ – dem weissen Fleck auf der Stirn – ist eine alte Schweizer Nutztierrasse. Die Tiere sind meistens rot, seltener schwarz oder braun gefärbt. Das soziale Leben in der Herde wird bei den Rindern durch eine klare Rangordnung geregelt. Diese wird durch Drohgebärden und kleinen Stössen mit dem Kopf immer wieder neu ausgemacht. Auch das Muhen dient der Kommunikation und bringt je nach Tonlage und Lautstärke andere Bedürfnisse zum Ausdruck.

Rinder gehören zur Gattung der Wiederkäuer und vertilgen pro Tag rund 70 kg Gras, 4 kg Kraftfutter und trinken 80 Literl Wasser. Das Futter wird nahezu unverdaut geschluckt und erst später beim Wiederkäuen verdaut. Die Tiere besitzen ein ausgeklügeltes Verdauungssystem mit mehreren Mägen. Mit Hilfe von unzähligen Mikroorganismen im Verdauungstrakt können die Rinder aus dem für den Menschen unverdaulichen Gras (Zellulose) Energie gewinnen.

Genau wie ihre kämpfenden Verwandten, die Eringer, wurden die Evolèner im Wallis gezüchtet und dort Mitte des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal erwähnt. Ihren Name tragen sie nach dem gleichnamigen Dorf im Val d’Hérens. Im 20. Jahrhundert geriet die robuste und berggängige Rasse in Vergessenheit, bis sie kurz vor dem Verschwinden stand. Dank engagierten Züchtern und Pro Specie Rara erholt sich der Bestand seit den 1990er Jahren wieder.

Der Natur- und Tierpark Goldau leistet mit der Haltung und Zucht von Evolèner-Rindern einen Beitrag zum Erhalt dieser alten Schweizer Rasse. Ihr Gehege befindet sich im Haustierpark in der Nähe der Bär/Wolfanlage.

Mufflon

Tiere_Mufflon_2

Mufflon
Ovis musimon

Das Mufflon ist das kleinste Wildschaf und so nahe mit unseren Hausschafen verwandt, dass man sie problemlos miteinander kreuzen könnte. Wie die Hausschafe sind auch Mufflons sehr gesellige Tiere und tagaktiv. Sie leben in grossen, gemischten Herden zusammen, lediglich im Sommer sondern sich die Männchen (so genannte Widder) einzeln oder in Gruppen ab.

Die Weibchen haben keine Hörner, die erwachsenen Widder hingegen sind an ihren gewundenen, grossen Hörnern leicht zu erkennen. Ein solches Horn, das bis zu 85cm lang werden kann, wächst das ganze Leben lang. Es wird, im Gegensatz zu den Geweihen der Hirsche, nie abgeworfen. Das Horn besteht aus einem Knochenzapfen, der mit einer Hornschicht überzogen ist. Mit den Hörnern werden auch die Rangkämpfe innerhalb einer Gruppe ausgetragen. Die Widder nehmen bis zu 20m Anlauf und stossen mit lautem Krachen aufeinander. Zwischen Oktober und Dezember können diese Rangkämpfe manchmal auch im Tierpark beobachten werden.

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Mufflons befindet sich auf Korsika und Sardinien, wo es in der Zwischenzeit als gefährdet gilt. Wahrscheinlich wurden schon zu Römerzeiten einige Tiere aufs Festland gebracht. Das heutige Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Mitteleuropa, ausser Grossbritannien, Luxemburg und Belgien. Es ist jedoch dauernd Veränderungen unterworfen, da immer wieder Mufflon-Populationen verschwinden, oder auch anderorts wieder neue Tiere ausgesetzt werden. In der Schweiz selber wurden verschiedene Gesuche zur Aussetzung abgelehnt. Trotzdem leben im Wallis einige kleine Kolonien, die anfangs der siebziger Jahre aus Frankreich einwanderten.

Im Tierpark Goldau finden Sie unsere Mufflonherde in der Freilaufzone. Sie werden von den Besuchern gerne mit Geissen oder Steinböcken verwechselt. Diese beiden Arten finden Sie bei uns jedoch nur in einem Gehege.
Weitere Informationen

Alpensteinbock

Tiere_Steinbock_1

Alpensteinbock
Capra ibex

Der Steinbock ist eines der eindrücklichsten Tiere unserer Alpen. Heute gehört der Steinbock wie selbstverständlich zum Bild der Schweizer Bergwelt, was aber Ende des 19. Jahrhunderts ganz anders aussah. Die bis zu 1m langen Hörner der männlichen Tiere, welche über 10kg wiegen können, galten früher in allen möglichen Verarbeitungen als Wunder- und Heilmittel. Deshalb setzte man dem Steinbock durch Bejagung so stark zu, bis er um 1850 im ganzen Alpenraum als ausgerottet galt. Lediglich ein kleiner Bestand in Italien wurde vom damaligen König persönlich geschützt. Erst 1911 konnten in der Schweiz wieder Steinböcke aus der Zucht von illegal beschafften Tieren ausgesetzt werden und sich ausbreiten.

Die weiblichen Tiere (Steingeissen) sind bedeutend zierlicher als die Böcke. Ihre Hörner werden lediglich 35cm lang, sind dadurch aber nützlicher für die Verteidigung gegen Feinde und aufdringliche Artgenossen.

Der Kopf wird dabei gesenkt, so dass die spitzen Enden nach vorne schauen. Anhand der am Horn gebildeten Jahresringe lässt sich das Alter der Steinböcke bestimmen, die Knoten oder Schmuckwülste auf der Vorderseite entstehen in der Regel zweimal jährlich.

Nicht nur die Steingeissen, sondern auch die massigeren Böcke sind geschickte Kletterer. Die Hufe haben aussen einen harten Rand und innen weiche, haftende Ballen, die auch im steilsten Gelände einen guten Halt ermöglichen. Ein Steinbock kann aus dem Stand mehrere Meter hoch und weit springen. Das Gehege im Tierpark verlässt er aber trotzdem nicht, da Steinböcke sehr ortstreue Tiere sind, die ein nahrungssicheres Gebiet nicht so schnell verlassen.

Das Steinbockgehege finden Sie gleich neben der Eulenvoliere. Der gegenüberliegende Rastplatz bietet eine gute Gelegenheit, die Steinböcke in aller Ruhe zu beobachten.
Weitere Informationen

Weisser Barock-Esel

Tiere_Barockesel_1

Weisser Barock-Esel
Equus asinus domesticus

Der weisse Barock-Esel wurde ursprünglich in Österreich und Ungarn gezüchtet und wird darum gelegentlich auch als Österreich-Ungarischer Weisser Esel bezeichnet. Wie alle anderen Eselarten stammt auch der Barock-Esel von den heute fast ausgestorbenen Somali-Wildeseln in Nordafrika ab. Es wird angenommen, dass der Wildesel ca. 4000 vor Chr. im Vorderen Orient domestiziert und vorwiegend als Last-, Zug- und Reittier genutzt wurde. Überliefert ist, dass er für den Seidentransport auf der Seidenstrasse diente und bereits in der Bibel verschiedentlich erwähnt wurde.

Die Esel wurden von den Römern nach Mitteleuropa gebracht, wo sie hauptsächlich in Mühlen und Bergwerken als Arbeitstier eingesetzt wurden. Esel bringen für diese Tätigkeiten von Natur aus optimale Voraussetzungen mit: Sie sind ausdauernd, widerstandsfähig und stellen keine grossen Ansprüche bezüglich Haltung, denn sie können über mehrere Tage mit sehr wenig Wasser und Nahrung auskommen.

Der Barock-Esel wird fälschlicherweise oft auch Albinoesel genannt. Albinismus ist eine angeborene genetisch bedingte Störung. Betroffenen Tieren fehlen die Grundfarbpigmente. Barock-Esel besitzen aber durchaus Farbpigmente. Die helle Farbe wurde lediglich herausgezüchtet. Wer im Barock (17.-18.Jh.) etwas auf sich hielt, besass weisse Tiere. Die helle Farbe galt als Lichtbringer. Anders als die meisten Hausesel dienten die Barock-Esel vorwiegend zur Unterhaltung von Frauen und Kindern. Als Trag- oder Transporttier konnten sie im Sommer nicht eingesetzt werden, da sie sehr wärmeempfindlich sind. Heute ist der Bestand der Barock-Esel stark gefährdet. Gezielte Zuchtprogramme sollen die Erhaltung der wenigen Tiere sichern.

Unsere Barock-Esel finden Sie im Haustierpark neben der Bär-Wolf-Gemeinschaftsanlage. Ein Teil der Herde befindet sich jedoch ausserhalb des Parks und wird täglich von unseren Pflegern betreut.

Maultier

Tiere_Maultier_1

Maultier
Equus domesticus

Das Maultier ist eine Kreuzung zwischen Eselhengst und Pferdestute. Maultiere und Maulesel (Vater Pferdhengst, Mutter Eselstute) sind wissenschaftlich gesehen so genannte „Hybriden“. Die Natur sorgt meistens dafür, dass sich verschiedene Tierarten nicht beliebig vermischen können. Im Fall der nahe verwandten Esel und Pferde entstehen zwar Nachkommen, diese sind jedoch steril. Maultiere können keine Jungtiere zeugen und bilden aus diesem Grund keine eigene Art.

Als ursprüngliche Heimat des Maultieres wird der Vordere Orient angenommen, wo es sich ca. 3000 vor Chr. zum Nutztier entwickelte. Überlieferungen zeigen, dass die Römer als erste über eine geregelte Maultierzucht verfügten. Die Maultiere wurden vor allem im römischen Postdienst sowie im öffentlichen Transportwesen eingesetzt. Auch die Bedeutung des Maultieres als Tragtier für Kriegseinsätze wurde schon früh erkannt und spielte bis zum ersten Weltkrieg eine entscheidende Rolle: Mehrere  hunderttausend Tiere kamen dabei zum Einsatz. Allmählich wurde aber das Maultier im 20. Jahrhundert von modernen Verkehrs- und Transportmitteln immer mehr verdrängt. In zahlreichen Ländern wurden jedoch zum Andenken an das Maultier und seine Verdienste verschiedene Denkmäler gebaut.

Maultiere wurden gegenüber Pferden oft als Arbeitstier bevorzugt, da sie entscheidende Vorteile besitzen: Sie sind widerstandfähiger, trittsicherer und langlebiger als Pferde. Zudem ist es ein besserer Futterverwerter, denn sie fressen rund ein Drittel weniger bei gleicher Leistung.

Poitou-Esel

Tiere_Poitou-Esel_3

Poitou-Esel
Equus asinus domesticus

Die langhaarigen Poitou-Esel gehören zu den Grosseseln. Ursprünglich in Südfrankreich (Poitou) gezüchtet, wurden sie vor allem als Zug- und Lasttiere gebraucht. Wie alle ihre Verwandten stammen auch diese Esel von den heute fast ausgestorbenen Somali-Wildeseln in Nordafrika ab.

Das Sozialverhalten der Wildesel ist auch noch bei den domestizierten Hauseseln sichtbar. Eine Eselherde besteht aus einem Hengst mit einer Gruppe von Stuten und deren Fohlen. Der Eselhengst vertreibt alle männlichen Jungtiere, wenn sie geschlechtsreif werden. Um mit den Tieren trotzdem arbeiten und sie in einer Gruppe halten zu können, werden die meisten männlichen Jungtiere kastriert. Diese Tiere nennt man wie bei den Pferden Wallache.

Der zottelhaarige braune Poitou-Esel ist sehr grossgewachsen und kräftig, weshalb man ihn gerne zur Zucht verwendete.

Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und später der Automobile als Transport- und Verkehrsmittel wurden diese Tiere kaum mehr gebraucht. Deshalb ging die Zucht der Poitou-Esel drastisch zurück und führte fast zum Aussterben dieser seltenen Haustierrasse. Weltweit existieren nur noch ein paar hundert Poitou-Esel.

Einige unserer Esel sind Kreuzungen zwischen Katalanischen Rieseneseln und Poitou-Eseln. Sie tragen deshalb nicht das ganze Jahr ein so dichtes Fell wie die reinrassigen Tiere. Dafür erfreuen sich diese einer besseren Gesundheit als reinrassige Poitou-Esel. Diese weisen häufig Hufprobleme auf – wahrscheinlich ein Inzuchteffekt, der auf die kleine Zahl überlebender Poitou-Esel zurückzuführen ist.

Unsere Poitou-Esel finden Sie im Haustierpark neben der Bär-Wolf-Gemeinschaftsanlage. Ein Teil der Herde befindet sich jedoch ausserhalb des Parks und wird täglich von unseren Tierpflegern betreut.

Schneehase

Tiere_Schneehase_1

Schneehase
Lepus timidus

Der Schneehase bewohnt die meisten Gebiete der Schweizer Alpen und Voralpen, in der Jurakette fehlt er. Dabei bevorzugt der Schneehase im Sommer offenes Gelände oberhalb der Baumgrenze, während er sich im Winter in lichten Wäldern über 800m aufhält. Verstecke findet er unter Sträuchern, Wurzeln oder in Felsnischen. Im Winter gräbt er auch Löcher in den Schnee, um Schutz oder Nahrung zu suchen. In den Tieflagen der Täler löst der Feldhase den Schneehasen ab, ihre Gebiete überschneiden sich selten.

Der Schneehase ist hervorragend an seinen Lebensraum angepasst: Wie bei vielen Tieren in kalten Gegenden sind auch bei den Schneehasen die Extremitäten kürzer als bei ihren in wärmeren Gebieten lebenden Verwandten. Neben den kürzeren Ohren fallen auch die im Vergleich zum Feldhasen kürzeren Beine auf.

Trotzdem sind die Schneehasen äusserst flinke Tiere und vermögen ihren zahlreichen Feinden (z.B. Fuchs und Krähenvögel) oft ein Schnippchen zu schlagen.

Zudem sind Schneehasen richtige Verwandlungskünstler: Sie wechseln ihr Fell dreimal im Jahr. Im Frühjahr sind sie graubraun gefärbt, im Sommer braun und im Winter weiss – mit Ausnahme der schwarzen Ohrspitzen.

Die Nahrung der Schneehasen ist vorwiegend pflanzlich und eher karg. Um die wenigen Nährstoffe besser auszunutzen, fressen die Hasen ihren feuchtweichen Kot nochmals. Der zweite Kot besteht dann aus kleinen, runden Bällchen und wird nicht mehr gefressen. Im Winter enthält dieser fast ausschliesslich Holzresten, da sich die Hasen dann vor allem von Zweigen von kleinen Sträuchern ernähren.

Im Tierpark leben die Schneehasen zusammen mit den Bartgeiern, die als Knochen- und Aasfresser für die Schneehasen keine Bedrohung darstellen. Zudem findet sich auch im Gämsengehege ein Schneehasenpaar.
Weitere Informationen

Europäische Wildkatze

Tiere_Wildkatze_2

Europäische Wildkatze
Felis silvestris silvestris

Die Art „Wildkatze“ kommt in Europa, dem westlichen Asien und ganz Afrika vor. Die Europäische Wildkatze ist als Stammform der Hauskatze auszuschliessen. Denn diese stammt höchstwahrscheinlich von der Afrikanischen Wildkatze bzw. Falbkatze ab, die im Mittleren und Nahen Osten, sowie in ganz Afrika verbreitet und gefährdet ist. Diese schloss sich vor etwa 5’000 Jahren in Ägypten den Menschen an und entwickelte sich zum Haustier. Durch Züchtungen entstanden alle heute weltweit vorhandenen Hauskatzenrassen.

Die Waldkatze, wie die Wildkatze auch genannt wird, unterscheidet sich bei genauerem Hinsehen in einigen Merkmalen klar von getigerten Hauskatzen. Die Fellzeichnung ist verwaschen und weniger kontrastreich, der Schwanz ist bis zum Ende buschig und weist deutlich dunkle Ringe auf.

Als Lebensraum dienen waldreiche Gegenden im Mittelgebirge, wo die Wildkatze sonnige, warme und trockene Gebiete bevorzugt. In der Schweiz war sie ursprünglich im Mittelland und dem Jura weit verbreitet, wurde aber durch gnadenlose Verfolgung und Zerstörung des Lebensraums ausgerottet. Seit 1965 breitete sie sich von Frankreich her wieder aus und besiedelt mittlerweile weite Teile des Schweizer Jura. Ein harter Winter würde jedoch genügen, um diese Population zu gefährden.

Die Hauptbeute der Wildkatze sind Mäuse, welche sie nachts jagt. Dazu kommen Vögel, Reptilien, Amphibien, Fische und Aas. Gelegentlich wird auch pflanzliche Nahrung, vor allem Gras, aufgenommen.

Im Tierpark Goldau lebt im Gehege neben dem Luchs ein Wildkatzenpaar, welches regelmässig Nachwuchs aufweist. Dieser wird meist in den Bayrischen Wald (D) zur Wiederansiedelung gegeben.
Weitere Informationen

Waschbär

Tiere_Waschbaer_1

Waschbär
Procyon lotor

Durch seinen kräftigen Körper und seinen kurzen Hals wirkt der Waschbär auf uns eher plump. Dennoch ist er ein flinker und geschickter Kletterer. Typische Merkmale sind  seine schwarze Gesichtsmaske und der geringelte Schwanz. Der Waschbär gehört zur Familie der Kleinbären und ist mit den Marderartigen näher verwandt als mit den echten Bären.

Die dämmerungs- und nachtaktiven Waschbären ruhen tagsüber in Erd- oder Baumhöhlen wo sie vor Feinden geschützt sind. Sie leben in lockeren Männchen- oder Weibchengruppen, wobei Letztere meist aus Müttern und ihren Nachkommen bestehen. Waschbären sind Allesfresser, in der Regel überwiegt aber der pflanzliche Anteil und besteht je nach Gegend und Jahreszeit aus Obst, Eicheln, Hafer und Mais. Als tierische Nahrung werden Wirbeltiere wie Kleinsäuger, Vögel und Fische bevorzugt, wobei auch Aas nicht verschmäht wird. Weiter stehen wirbellose Tiere, wie Insektenlarven und Regenwürmer auf dem Speisezettel.

Waschbären verfügen über einen hoch entwickelten Tastsinn. Potentielle Nahrung wird vor dem Fressen mit den Vorderpfoten genau untersucht. Im Zoo schwenken die Tiere manchmal ihre Nahrung vor dem Verzehr im Wasser. Dieses so genannte „Waschen“, welches den Waschbären ihren Namen gab, lässt sich aber nur in Tierhaltungen beobachten. Es wird angenommen, dass dieses Verhalten eine Ersatzhandlung für die Nahrungssuche im seichten Wasser ist.

Ursprünglich stammen die Waschbären aus Nordamerika und wurden zur Pelzzucht nach Europa eingeführt. Um 1930 sind einzelne Tiere aus Pelztierfarmen in Norddeutschland ausgerissen oder wurden ausgesetzt. Durch ihre Anpassungsfähigkeit  haben sie sich rasch ausgebreitet und sind 1976 erstmals in der Schweiz im Kanton Schaffhausen beobachtet worden. Mittlerweile leben vermutlich  in der ganzen nördlichen Schweiz Waschbären.

Im Tierpark erwarten Sie unsere Waschbären direkt beim Eingang.
Weitere Informationen

Syrischer Braunbär

Tiere_Baer_1

Syrischer Braunbär
Ursus arctos syriacus

Der Braunbär gilt (nebst dem Eisbär) als das grösste lebende Landraubtier. Braunbären sind jedoch typische Allesfresser mit einem hohen pflanzlichen Anteil: Von Gräsern über Früchte, Honig bis hin zu Nüssen und Aas verschmähen sie kaum etwas. Lebende Tiere hingegen erbeutet „Meister Petz“ nicht so oft, da er eher ein ungeschickter Jäger ist. Je nach Region steht auch Fisch auf seinem Speiseplan.

Der Natur- und Tierpark Goldau hält Syrische Braunbären. Es handelt sich dabei um eine Unterart der Braunbären, nahe verwandt mit der ursprünglich in der Schweiz heimischen Braunbären-Unterart „Europäischer Braunbär“. Syrische Braunbären leben ursprünglich im Nahen Osten und sind in freier Natur stark vor dem Aussterben bedroht. Sie sind in der Regel etwas kleiner und heller als der europäische Braunbär.

Braunbären sind in Europa selten! Grössere Bestände von Braunbären finden wir heute nur noch in Skandinavien und in Südosteuropa. Zudem stagnieren die meisten Bestände oder nehmen gar ab. Die der Schweiz am nächsten gelegenen Bärenpopulationen befinden sich in Österreich und im nahen italienischen Trentino.

Das letztere Gebiet gehört zu einem der wenigen Orte, wo die Bären dank einem Wiederansiedlungsprojekt wieder zunehmen. Dies hat direkte Auswirkung auf die Schweiz: der damals letzte Braunbär wurde 1904 in Graubünden geschossen. Über 100 Jahre blieb die Schweiz bärenfrei, bis im Sommer 2005 ein wanderfreudiges Jungtier vom Trentino über die Grenze ins Engadin kam und kurzfristig für Aufsehen sorgte und wieder abwanderte. 2007 fanden wieder zwei junge Bärenmännchen den Weg von Italien in die Schweiz und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächsten Bären zu Besuch kommen.

Ein zukünftiges Zusammenleben von Menschen und Bären in den Gebieten der Schweiz ist möglich – sofern wir Menschen Toleranz für dieses eindrückliche Wildtier aufbringen und über ein korrektes Verhalten gegenüber den Bären aufgeklärt sind. Eine Möglichkeit sich zu informieren finden Sie in der Ausstellung rund um die Gemeinschaftsanlage für Bär und Wolf im Natur- und Tierpark Goldau.
Weitere Informationen

Rotfuchs

Tiere_Fuchs_1

Rotfuchs
Vulpes vulpes

Der Fuchs ist das häufigste und am weitesten verbreitete Raubtier in der Schweiz. Er bewohnt Feld- und Waldgebiete bis ins Hochgebirge. Als Zuflucht und für die Aufzucht der Jungen (durchschnittlich 5 pro Wurf) zieht er sich in einen Erdbau zurück, den er selten selbst gräbt. Der Fuchs benützt gerne alte Dachsbauten, häufig auch zusammen mit dem Dachs. Weiter dienen ihm auch natürliche Höhlen und Hohlräume als Versteck. Zu seiner Hauptbeute gehören Kleinnager wie Mäuse, daneben je nach Gelegenheit Wildkaninchen, Jungwild und -vögel. Zudem ergänzen Insekten, Beeren und Obst (Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen) seinen Speiseplan. Manche Füchse erklettern sogar leicht schräg stehende Bäume, um an die Früchte zu gelangen. Der Fuchs ist ein typisches Dämmerungs- und Nachttier. Um seine Nahrung zu finden, braucht er scharfe Sinne und eine schnelle Reaktionsfähigkeit. Füchse hören Mäuse auch unter dicken Schneedecken rascheln und man sagt, dass sogar ein Regenwurm nicht unentdeckt bleibt. Das Nahrungsangebot bestimmt zudem die Territoriumsgrösse der Füchse, die in der Schweiz 0,3 – 2 km2 beträgt. Füchse sind sehr lernfähig, wenn es darum geht, Neues zu erkunden. Dies brachte ihm den Ruf ein sehr schlau und listig zu sein. Seine Anpassungsfähigkeit benötigt er vor allem, um erfolgreich jagen zu können. Sie führt auch dazu, dass in vielen Städten heutzutage Füchse leben und sich dort prächtig vermehren. Sie ernähren sich von Kompost, Abfällen und Kleintieren, schlafen unter Brücken, auf Gerüsten sowie in Gärten und streichen nachts durch die ruhigen Strassen. In unserer Anlage leben zwei Fuchsweibchen mit den Dachsen, wie das in der Natur auch häufig vorkommt.
Weitere Informationen

Karpatischer Luchs

Tiere_Luchs_1

Karpatischer Luchs Lynx lynx

Der Luchs ist mit seinem gemusterten Fell hervorragend an seinen Lebensraum angepasst, denn die rotbraune Färbung bietet eine perfekte Tarnung in bewaldeten Gebieten. Seine langen Beine mit den grossen Tatzen ermöglichen ihm auch die Fortbewegung in schneereichen Gegenden im Winter. Als Raubkatze ist der Luchs ein typischer Anschleichjäger, d.h. er pirscht sich möglichst nahe an seine Beute heran, die zu 90% aus Rehen besteht. Mit wenigen, bis 7m langen Sprüngen überrascht er dann das Beutetier, hält es mit seinen Krallen fest und tötet es durch einen Biss in den Hals. Fliehende Beute verfolgt der Luchs nur über kurze Strecken, für eine längere Hetzjagd ist er zu wenig ausdauernd. War die Jagd erfolgreich, so kehrt der Luchs während etwa einer Woche immer wieder zu seinem Riss zurück, bis nur noch Haut, Knochen und Innereien übrig bleiben. Als Anschleichjäger besiedelt er die Alpen nur bis zur Waldgrenze – oberhalb fehlt ihm die für die Jagd nötige Deckung. Schon im letzten Jahrhundert wurde der Luchs in Mitteleuropa ausgerottet. Als Nahrungskonkurrent des Menschen wurde er erbittert verfolgt. Seit 1971 läuft die Wiederansiedlung des Luchses in der Schweiz in den Alpen und im Jura. 2001 wurden einige Luchse in die Ostschweiz umgesiedelt, um das Ausbreitungsgebiet zu vergrössern. Bisher zeichneten sich dort keine Probleme mit Haustierrissen ab – Luchse bevorzugen Rehe und vergreifen sich selten an Haustieren wie Schafen. Die häufig befürchtete Reduzierung des Wildtierbestandes ist unbegründet. Denn die Anzahl der von Luchsen gerissenen Rehe (ca. 60 jährlich pro Luchs), ist unbedeutend im Vergleich mit den jährlich geschossenen oder überfahrenen Tieren. Die beste Stelle im Tierpark, um den Luchs zu beobachten, findet sich zwischen dem Wildkatzen- und Luchsgehege. Die beste Zeit für Luchsbeobachtungen ist übrigens der späte Nachmittag.
Weitere Informationen

pause