Skip to Content

Blog Archives

Weisser Barock-Esel

Tiere_Barockesel_1

Weisser Barock-Esel
Equus asinus domesticus

Der weisse Barock-Esel wurde ursprünglich in Österreich und Ungarn gezüchtet und wird darum gelegentlich auch als Österreich-Ungarischer Weisser Esel bezeichnet. Wie alle anderen Eselarten stammt auch der Barock-Esel von den heute fast ausgestorbenen Somali-Wildeseln in Nordafrika ab. Es wird angenommen, dass der Wildesel ca. 4000 vor Chr. im Vorderen Orient domestiziert und vorwiegend als Last-, Zug- und Reittier genutzt wurde. Überliefert ist, dass er für den Seidentransport auf der Seidenstrasse diente und bereits in der Bibel verschiedentlich erwähnt wurde.

Die Esel wurden von den Römern nach Mitteleuropa gebracht, wo sie hauptsächlich in Mühlen und Bergwerken als Arbeitstier eingesetzt wurden. Esel bringen für diese Tätigkeiten von Natur aus optimale Voraussetzungen mit: Sie sind ausdauernd, widerstandsfähig und stellen keine grossen Ansprüche bezüglich Haltung, denn sie können über mehrere Tage mit sehr wenig Wasser und Nahrung auskommen.

Der Barock-Esel wird fälschlicherweise oft auch Albinoesel genannt. Albinismus ist eine angeborene genetisch bedingte Störung. Betroffenen Tieren fehlen die Grundfarbpigmente. Barock-Esel besitzen aber durchaus Farbpigmente. Die helle Farbe wurde lediglich herausgezüchtet. Wer im Barock (17.-18.Jh.) etwas auf sich hielt, besass weisse Tiere. Die helle Farbe galt als Lichtbringer. Anders als die meisten Hausesel dienten die Barock-Esel vorwiegend zur Unterhaltung von Frauen und Kindern. Als Trag- oder Transporttier konnten sie im Sommer nicht eingesetzt werden, da sie sehr wärmeempfindlich sind. Heute ist der Bestand der Barock-Esel stark gefährdet. Gezielte Zuchtprogramme sollen die Erhaltung der wenigen Tiere sichern.

Unsere Barock-Esel finden Sie im Haustierpark neben der Bär-Wolf-Gemeinschaftsanlage. Ein Teil der Herde befindet sich jedoch ausserhalb des Parks und wird täglich von unseren Pflegern betreut.

Maultier

Tiere_Maultier_1

Maultier
Equus domesticus

Das Maultier ist eine Kreuzung zwischen Eselhengst und Pferdestute. Maultiere und Maulesel (Vater Pferdhengst, Mutter Eselstute) sind wissenschaftlich gesehen so genannte „Hybriden“. Die Natur sorgt meistens dafür, dass sich verschiedene Tierarten nicht beliebig vermischen können. Im Fall der nahe verwandten Esel und Pferde entstehen zwar Nachkommen, diese sind jedoch steril. Maultiere können keine Jungtiere zeugen und bilden aus diesem Grund keine eigene Art.

Als ursprüngliche Heimat des Maultieres wird der Vordere Orient angenommen, wo es sich ca. 3000 vor Chr. zum Nutztier entwickelte. Überlieferungen zeigen, dass die Römer als erste über eine geregelte Maultierzucht verfügten. Die Maultiere wurden vor allem im römischen Postdienst sowie im öffentlichen Transportwesen eingesetzt. Auch die Bedeutung des Maultieres als Tragtier für Kriegseinsätze wurde schon früh erkannt und spielte bis zum ersten Weltkrieg eine entscheidende Rolle: Mehrere  hunderttausend Tiere kamen dabei zum Einsatz. Allmählich wurde aber das Maultier im 20. Jahrhundert von modernen Verkehrs- und Transportmitteln immer mehr verdrängt. In zahlreichen Ländern wurden jedoch zum Andenken an das Maultier und seine Verdienste verschiedene Denkmäler gebaut.

Maultiere wurden gegenüber Pferden oft als Arbeitstier bevorzugt, da sie entscheidende Vorteile besitzen: Sie sind widerstandfähiger, trittsicherer und langlebiger als Pferde. Zudem ist es ein besserer Futterverwerter, denn sie fressen rund ein Drittel weniger bei gleicher Leistung.

Poitou-Esel

Tiere_Poitou-Esel_3

Poitou-Esel
Equus asinus domesticus

Die langhaarigen Poitou-Esel gehören zu den Grosseseln. Ursprünglich in Südfrankreich (Poitou) gezüchtet, wurden sie vor allem als Zug- und Lasttiere gebraucht. Wie alle ihre Verwandten stammen auch diese Esel von den heute fast ausgestorbenen Somali-Wildeseln in Nordafrika ab.

Das Sozialverhalten der Wildesel ist auch noch bei den domestizierten Hauseseln sichtbar. Eine Eselherde besteht aus einem Hengst mit einer Gruppe von Stuten und deren Fohlen. Der Eselhengst vertreibt alle männlichen Jungtiere, wenn sie geschlechtsreif werden. Um mit den Tieren trotzdem arbeiten und sie in einer Gruppe halten zu können, werden die meisten männlichen Jungtiere kastriert. Diese Tiere nennt man wie bei den Pferden Wallache.

Der zottelhaarige braune Poitou-Esel ist sehr grossgewachsen und kräftig, weshalb man ihn gerne zur Zucht verwendete.

Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und später der Automobile als Transport- und Verkehrsmittel wurden diese Tiere kaum mehr gebraucht. Deshalb ging die Zucht der Poitou-Esel drastisch zurück und führte fast zum Aussterben dieser seltenen Haustierrasse. Weltweit existieren nur noch ein paar hundert Poitou-Esel.

Einige unserer Esel sind Kreuzungen zwischen Katalanischen Rieseneseln und Poitou-Eseln. Sie tragen deshalb nicht das ganze Jahr ein so dichtes Fell wie die reinrassigen Tiere. Dafür erfreuen sich diese einer besseren Gesundheit als reinrassige Poitou-Esel. Diese weisen häufig Hufprobleme auf – wahrscheinlich ein Inzuchteffekt, der auf die kleine Zahl überlebender Poitou-Esel zurückzuführen ist.

Unsere Poitou-Esel finden Sie im Haustierpark neben der Bär-Wolf-Gemeinschaftsanlage. Ein Teil der Herde befindet sich jedoch ausserhalb des Parks und wird täglich von unseren Tierpflegern betreut.

pause