In aller Stille hat sich der Natur- und Tierpark Goldau über Jahre um verschiedene Lebensräume im Bergsturzgebiet gekümmert. (Wie ein metallisch blauer Pfeil flitzt eine Libelle durch die die Luft. Es summt, brummt raschelt und ruft. Eine Schlingnatter bewegt sich geräuschlos durch das hohe Gras. Schmetterlinge Flattern durch die Luft.).

Auf dem Gebiet um den Natur- und Tierpark Goldau wurde durch den Bergsturz von 1806 die Bodenstruktur durcheinander gewirbelt. Es finden sich Trocken- neben Feuchtstandorten, saure neben basischen Böden, nährstoffreiche neben mageren Plätzen und dies alles auf engstem Raum. Diese kleinstrukturierte Bodenvielfalt ist in der Schweiz einmalig und hat einen direkten Einfluss auf die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Der Natur- und Tierpark Goldau hat über Jahre ein Mosaik von spannenden Gebieten im und um den Park erschaffen. Dieser Einsatz für die Natur bietet einer Vielzahl von bedrohten Arten nun einen Lebensraum.

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Schuttbach

Durch Meliorationsmassnahmen und Kanalisation haben viele wassergebundene Arten, wie Krebse und Muscheln, ihren Lebensraum verloren. Die Revitalisierung solcher Gewässer ist ein wichtiger Schritt zur Förderung dieser Arten. Ein wertvoller Bach sollte einen durchgängigen Fliessverlauf haben und verschiedene Strukturen, wie schnell und langsam fliessende Stellen, enthalten. Der Uferbereich sollte vielfältig und beidseitig möglichst bis sieben Meter breit unbebaut sein. Abwechslung in der Beschattung des Baches durch standortgerechtes Gehölz ist von Vorteil.

Durch die Renaturierung ist der Schuttbach zu einem naturnahen Gewässer geworden, bei welchem eine gute Qualität nachgewiesen werden konnte. Fische wie die Bachforelle und die Groppe wurden angesiedelt und eine Vermehrung konnte beobachtet werden.

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Hangried

Das Gebiet ist ein offizielles Naturschutzgebiet. Es besteht ein Vertrag über die Pflege dieses Standorts mit der Gemeinde. Mit seinen vielen feuchten Stellen und Tümpeln ist es ein heute selten gewordenes Biotop von dem viele Pflanzen- und Tierarten profitieren können. Feuchtgebiete wie dieses, wurden vielerorts trocken gelegt, um das Land landwirtschaftlich nutzen zu können. Die gefährdete Gelbbauchunke konnte hier einen Lebensraum finden, wie auch viele andere Amphibien.

Ausserdem ist das Hangried ein hervorragender Orchideenstandort durch seinen nährstoffarmen Boden und dem Mosaik aus feuchten und trockenen Stellen. Elf verschiedene Arten wurden schon gefunden und weitere Arten werden noch erwartet, darunter der Frauenschuh und das kleine Knabenkraut.

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Orchideendach

Auf dem Dach des Restaurants Grüne Gans im Natur- und Tierpark Goldau wurde eine besondere Begrünung realisiert durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil. Eine Orchideenwiese ist hier im Entstehen, absichtlich nur unter Einsatz von lokalem Ober- und Unterboden und ganz ohne Lava oder Bims, kostengünstig und nachhaltig.

Orchideenwiesen sind die artenreichsten, aber auch die meist bedrohten Lebensräume in Europa. Die optimale Begrünung von Flachdächern schafft Ersatzbiotope für verlorengegangenes Kulturland. Momentan ist der Standort auf der Grünen Gans noch etwas zu nährstoffreich, um den Ansprüchen von Orchideen zu genügen, was durch regelmässiges mähen und Abfuhr des Schnittgutes verbessert wird.