Anders als bei den meisten
Horn- und Geweihträgern sind bei der Gämse die Geschlechter
auf den ersten Blick nicht so leicht zu unterscheiden. Sowohl
die weiblichen Tiere wie auch die Männchen tragen nämlich
kurze, schwarze Hörner (Krucken). In der Regel sind jedoch
die Krucken der Böcke leicht dicker und stärker
nach
hinten gekrümmt als jene der Geissen.
Der „Gamsbart“, den man auf den Jägerhüten
findet, besteht in Wirklichkeit aus dichten und schwarzen
Haaren vom Rücken, die im Winter besonders lang sind.
Und auch die „Gämsblindheit“ täuscht
in ihrem Namen. Diese Krankheit, bei der die Tiere auf einem
oder beiden Augen erblinden können, befällt nämlich
nicht nur Gämsen, sondern auch Steinböcke. Es wird
vermutet, dass Schafe und Ziegen die Wildtiere anstecken.
Es kommt dabei zum Glück immer wieder zu einer spontanen
Heilung, die zu einer temporären Immunität führt. |