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Bartgeierküken dank Unterstützung erfolgreich geschlüpft
Ende Dezember 2025 legte Bartgeierweibchen Mascha ein Ei. Der Natur- und Tierpark Goldau entschied sich, dies die letzten Tage in einem Brutapparat auszubrüten, um möglichen Komplikationen vorzubeugen. Mit etwas tierärztlicher Hilfe konnte das Küken schlüpfen und zurück zu seinen Eltern gebracht werden.
In den vergangenen Jahren verlief der Schlupf bei den Küken von Bartgeierpaar Mascha (36) und Hans (33) wiederholt schwierig. Es kam zu Problemen während des Schlupfprozesses. Wie bereits 2024 wurde deshalb auch in diesem Jahr das Ei wenige Tage vor dem Schlupf durch ein Kunst-Ei ersetzt und unter kontrollierten Bedingungen im Brutapparat ausgebrütet.
Das Küken begann zwar erwartungsgemäss mit dem Anpicken der Schale, danach kam der Prozess jedoch zum Stillstand. «Es zeigte sich, dass der junge Bartgeier ohne Unterstützung nicht vollständig schlüpfen konnte. Deswegen hat unsere Tierärztin eingegriffen und ihm den erfolgreichen Schlupf ermöglicht», erzählt Dr. Pascal Marty, Kurator und Leiter Zoologie des Natur- und Tierparks Goldau. Bereits am folgenden Tag präsentierte sich das Jungtier vital und konnte schon gut gefüttert werden.
Geglückte Wiedervereinigung
Um eine möglichst natürliche Aufzucht sicherzustellen und eine Fehlprägung auf den Menschen zu vermeiden, war von Beginn an bestimmt, das Küken bei seinen Eltern aufwachsen zu lassen. Gestern wurde es nun mit dem Kunst-Ei ausgetauscht. Der ausgeprägte Bruttrieb der Bartgeier führte dazu, dass das Jungtier problemlos angenommen wurde. Seither kümmern sich Mascha und Hans aufmerksam um ihren Nachwuchs. Ob das diesjährige Jungtier künftig in einen ande-ren Park kommt oder ausgewildert wird, ist derzeit noch offen.
Wichtig für den Artenschutz
Artenschutz zählt neben Bildung, Forschung und Naturschutz zu den Kernaufgaben moderner zoologischer Institutionen. Der Natur- und Tierpark Goldau engagiert sich in verschiedenen in-ternationalen Erhaltungszuchtprogrammen und beteiligt sich regelmässig an Auswilderungspro-jekten. Dazu gehört seit vielen Jahren auch der Bartgeier.
Nachdem der Bartgeier in der Schweiz ausgerottet war, leben heute dank koordinierten Wieder-ansiedlungsprojekten wieder rund 220 Tiere im Alpenraum. Die Koordination erfolgt im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP).