Coronavirus

Der Natur- und Tierpark Goldau bleibt bis zum 8. Juni für Besuchende geschlossen.

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Durch verstecktes Futter werden die Tiere beschäftigt.
12.05.2020

Die wichtige Rolle des Futters

Auf das benötigte Tierfutter im Natur- und Tierpark Goldau hat weder Corona noch die Parkschliessung einen Einfluss. Auch dürfte jetzt dem «Behavioral Enrichment» eine noch grössere Bedeutung zukommen, da den Tieren die Beschäftigung mit den Besuchenden fehlt.

Im Natur- und Tierpark Goldau leben rund 1’000 Tiere von 100 verschiedenen Tierarten. Von den Allesfressern Bären oder Wildschweinen über die fleischfressenden Wölfe, Wildkatzen oder Luchse bis zu den Pflanzenfressern wie den Hirschen sind die verschiedenen Bedürfnisse und Menüs sehr unterschiedlich. Für jede Tierart gibt es einen genauen Futterplan, der auf die jeweiligen Ansprüche zugeschnitten ist. Dieser ändert sich saisonal: Denn zum Beispiel Tiere, die im Winter weniger aktiv sind, haben in der kalten Jahreszeit andere Bedürfnisse als im Sommer.

Spannend sind Zahlen, was während einem Jahr benötigt wird: Rund 11’000 Kilogramm Entenfutter, 5’500 Kilogramm Kuhfleisch, 200 Kilogramm Schaf- und Ziegenknochen, 3’700 Kilogramm Karotten und 3’650 Heuballen werden pro Jahr verfüttert. Dies nur eine kleine Auswahl an Mengen – dazu kommen noch verschiedenes Obst und Gemüse, Insekten, Knochen, Eicheln, Baumnüsse, Kastanien, Futterpellets und vieles mehr.

Verstecktes Futter – glückliche Tiere

Nicht nur das Futter selbst ist wichtig für die Gesundheit der Tiere, sondern auch die Art, wie sie es bekommen. So wird den Tieren das Futter nicht auf dem Silbertablett serviert, sondern sie sollen sich mit der Futtersuche beschäftigen und sich das Essen verdienen – genannt Behavioral Enrichment. Den Wildkatzen beispielsweise werden die Futterhappen in Baumstämmen und auf Bäumen versteckt und beim Dachs wird das Futter vergraben. Tiere wie die Kolkraben werden speziell gefordert: Leckerbissen werden an Seilen befestigt, die sie nach oben ziehen müssen, um an das Futter zu kommen oder sogar hinter Türchen versteckt, die sie öffnen müssen.

In diversen Anlagen gibt es ausgeklügelte Futtersysteme: Mehrere elektronisch gesteuerte Boxen sind mit einer Zeitschaltuhr gekoppelt und geben über den ganzen Tag hinweg immer wieder Futter für die Tiere frei. So werden unter anderem die Bären, Wildkatzen und Füchse wortwörtlich «auf Trab» gehalten. Durch all diese Massnahmen sind die Tiere beschäftigt und gefordert. Das Ziel der aufwendigen Fütterung ist, dass die Tiere mehr Zeit mit der Nahrung verbringen und so die Suche nach dem Futter möglichst nahe an die Futtersuche in der Natur kommt.

Falls Sie uns unterstützen möchten

Wir sind auf Sparkurs. Die komplette Belegschaft macht Kurzarbeit, es werden momentan nur die nötigsten Ausgaben gemacht – die Versorgung der Tiere ist jederzeit gewährleistet und hat oberste Priorität. Auf der Seite www.tierpark.ch/corona-hilfe finden Sie alle Angaben, wie Sie uns in dieser herausfordernden Zeit unterstützen können.

 

Der Bartgeier ist ein Aasfresser – er frisst neben Fleisch auch Knochen.

Der Bartgeier ist ein Aasfresser – er frisst neben Fleisch auch Knochen.

Auch die Futtermenge der Kleinsten summiert sich – der Siebenschläfer gehört zu den Allesfressern.

Auch die Futtermenge der Kleinsten summiert sich – der Siebenschläfer gehört zu den Allesfressern.

Durch Verstecktes Futter werden die Tiere beschäftigt.

Durch verstecktes Futter werden die Tiere beschäftigt.

Auch das «Bärenglace» dient der Beschäftigung: Der Braunbär muss sich die gefrorenen Leckereien erarbeiten.

Auch das «Bärenglace» dient der Beschäftigung: Der Braunbär muss sich die gefrorenen Leckereien erarbeiten.