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Wald
23.07.2019

Ein Jahr für die Geschichtsbücher

Der Natur- und Tierpark Goldau schaut auf ein äusserst erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Der soeben erschienene Jahresbericht gibt Einblicke in die verschiedenen Ressorts und präsentiert ein glänzendes Finanzergebnis.

Der Natur- und Tierpark Goldau konnte im Betriebsjahr 2018/2019 einen Besucherrekord verzeichnen. Total 437’629 Gäste durften in Empfang genommen werden. Ein Grund für dieses Ergebnis ist zweifelsfrei der lange und schöne Sommer, der die Besuchenden in den Park lockte. Diese Zahlen haben sich auch im Finanzergebnis zu Buche geschlagen – genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn 2018 wurde der Start für das ein neues Besucherprojekt gesetzt: Bis im Jahr 2023 soll ein einladender und besucherfreundlicher Eingang entstehen. Denn an besucherstarken Tagen genügt die in die Jahre gekommene Kasse schlicht nicht mehr. Nadelöhre und noch kein digitalisiertes Ticketing führen zu unbeliebten Warteschlangen. Durch einen Neubau mit integriertem Bergsturzmuseum sowie einer Ausstellung zum Tier- und Artenschutz beginnt das «Erlebnis Tierpark» bereits vor dem Parkeingang. Die Gäste werden von einem attraktiven Schlechtwetter-Angebot und minimierten Wartezeiten profitieren können.

Tierische Highlights und Neuigkeiten im Park

Im Mittelpunkt des Tierparks stehen die Tiere. Und da war das Highlight sicherlich die Rückkehr der Schwarzen Alpenschweine. Die verloren geglaubte Rasse kann dank grossem Engagement von «Pro Patrimonio Montano» und dem Tierpark erstmals seit Jahrzehnten wieder in der Schweiz angetroffen werden. Nach einer aufwändigen Quarantäne blieb ein Zuchtpaar im Natur- und Tierpark Goldau, die restlichen Tiere wurden an Züchter übergeben, die sich ebenfalls an der Erhaltung der Rasse beteiligen. Der grosse Aufwand hat sich gelohnt: Bereits im Februar kamen acht Alpenschwein-Ferkel zur Welt. Ein weiterer Meilenstein war die Eröffnung der neuen Fuchsanlage, die den Füchsen einen grosszügigen Platz mit vielen Versteckmöglichkeiten bietet und die Besuchenden durch einen Einblick am Treiben teilhaben lässt. Und in der neu konzipierten Ausstellung zum Bartgeier kann man sich mithilfe einzigartiger Exponate einmal wie der König der Lüfte fühlen.

Als Kompetenzzentrum für Tier-, Arten- und Naturschutz ist die Vermittlung von Wissen eine wichtige Aufgabe des Tierparks. Um für Naturthemen zu sensibilisieren und Einblicke in die (unberührte) Natur zu geben, wurde im Naturschutzgebiet Hangried eine Beobachtungshütte erstellt. Durch diesen sogenannten «Hide» wird das Gebiet zugänglich gemacht, ohne die sensible Flora und Fauna zu stören.

Hitzesommer als Segen, aber auch als Fluch

Der ausserordentliche Sommer 2018 brachte zwar erfreulicherweise viele Gäste in den Park, für die Natur sind solche Extremverhältnisse jedoch eine grosse Herausforderung. Im Tierpark hatte die Hitze grossen Einfluss auf die Wasserstände in den beiden Weihern. So war die Lage im kleineren Waldweiher so prekär, dass Wasser aus dem grösseren Blauweiher umgepumpt werden musste. Die schwerwiegenderen Konsequenzen bekommt aber der Wald zu spüren. Die Dürre, Stürme aber auch vermehrt aufkommende Krankheiten und Parasiten zwangen den Tierpark dazu, rund 150 Bäume zu fällen. Durch enge Zusammenarbeit mit dem Revierförster und weiteren Spezialisten und gezieltes nachpflanzen sind die Bemühungen gross, in den nächsten Jahrzehnten einen gesunden Wald aufzuforsten.

Gewappnet für die Zukunft

Hinter den Kulissen des Tierparks gab es einige Veränderungen. Langjährige Mitglieder der Verwaltungskommission wie auch des Stiftungsbeirates sind zurückgetreten und neue Kräfte sind dazugestossen. Mit Silvio Herzog, Rektor der Pädagogischen Hochschule Schwyz, ist seit September ein neuer Verwaltungskommissionspräsident im Amt, der die Bedeutung der Bildungsaufgabe des Natur- und Tierparks Goldau unterstreicht. Mit Erwin Suter ist ein neuer Finanzexperte im Amt und der Stiftungsbeirat wird neu von Kuno Kennel präsidiert.

Das auf das Thema Chancengleichheit wird im Tierpark viel Wert gelegt. So beschäftigt der Park insgesamt mehr Frauen als Männer, auch wenn dies von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich ist. Die Geschäftsleitung besteht seit Jahren aus je 50 % weiblichen und männlichen Mitgliedern. Auch die Nachhaltigkeit wird ernst genommen – Aufträge werden, wenn immer möglich, lokal und regional vergeben und Renaturierungsmassnahmen sowie Landschaftsaufwertungen im und um den Park tragen zum Naturschutz vor der Haustüre bei.

Ausführlicher Jahresbericht und Generalversammlung

Der Jahresbericht 2018/19 wird den Mitgliedern diese Woche per Post zugestellt und kann seit heute online eingesehen werden.

Die 93. Generalversammlung des Vereins Natur- und Tierpark Goldau findet am Samstag, 31. August 2019 um 18.00 Uhr im Restaurant «Grüne Gans» statt. An der GV wird das Besucherprojekt vorgestellt.

Weitere Informationen zu der Generalversammlung und der Anmeldung gibt es HIER.