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…und beim ersten Untersuch durch das Tierärzte-Team.
26.Mai 2021

Fischotter-Nachwuchs im Natur- und Tierpark Goldau

Heute ist «World Otter Day», Welt-Ottertag. Passend dazu die wundervollen News aus dem Tierpark: Ende März kam ein Fischotter zur Welt. Es ist der erste Fischotternachwuchs überhaupt im Natur- und Tierpark Goldau.

Am 25. März war die Überraschung perfekt: Das Fischotterweibchen Julia wurde zum ersten Mal Mutter. Es war eine doppelte Premiere: Der erste Nachwuchs für die rund 5-jährige Otterdame und der erste Fischotter-Nachwuchs im Tierpark überhaupt.

Fischottern sieht man praktisch nicht an, dass sie trächtig sind. Daher wusste man im Tierpark bis zum 25. März nicht, dass es Nachwuchs geben würde. Julia brachte zwei Jungtiere zur Welt – das Erstgeborene war eine Totgeburt, was gerade bei Erstgebärenden vorkommen kann. Dafür hat sich das zweite Jungtier, ein gesundes Weibchen, prächtig entwickelt und hat mittlerweile bereits die Augen geöffnet.

Das Fischotterweibchen Julia ist erst seit September 2020 im Tierpark zu Hause. Da sie aus der Ukraine stammt – einem Tollwut-Risikogebiet – verbrachte sie die ersten vier Monate in der Quarantänestation des Tierparks, ehe sie dann in die Anlage im Park ziehen durfte. Die Chemie zwischen ihr und dem bereits etwas älteren Männchen Jolo stimmte von Anfang an: Bereits innert kurzer Zeit nach der Zusammenführung plantschten die beiden vergnügt herum und neckten sich verspielt.

Das Resultat ist das noch namenlose weibliche Jungtier, das die meiste Zeit in der Schlafbox verbringt und bisher nur mit viel Glück in der Anlage entdeckt werden kann. Seine «Wassertaufe» hatte es bereits am 26. April, als die Mutter ihr Junges packte und ins Wasser zog – und dies gleich für zwanzig Minuten.

Die Mitarbeitenden des Natur- und Tierparks Goldau konnten für den jungen Fischotter Namensvorschläge eingeben. Drei davon stehen nun zur Auswahl: Kaya und Ulyana und Yara. Auf den Social-Media-Kanälen des Tierparks kann nun abgestimmt werden, welchen Namen das Jungtier bekommen soll. Die Abstimmung läuft bis am Freitagabend, 28. Mai 2021.

Heute ist Weltottertag
Otter kommen auf der ganzen Welt vor, ausser in der Antarktis und in Australasien. Insgesamt gibt es 13 Otterarten – im Tierpark wird der Eurasische Fischotter (Lutra lutra) gehalten. Alle 13 Arten stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Verlust und Verschmutzung des Lebensraumes, Strassenverkehr und der Fang der Tiere als Pelzlieferant oder um sie als Haustiere zu halten, sind nur einige der Probleme, mit denen die charismatischen Tiere konfrontiert sind.

Die Organisation IOSF (International Otter Survival Fund) engagiert sich für den Schutz der Otter. Unter anderem hat die IOSF den «World Otter Day» ins Leben gerufen, der jährlich am 26. Mai stattfindet. Das Ziel ist die Sensibilisierung für die Herausforderungen, denen die Otter gegenüberstehen und für die Arbeit, die geleistet wird, um den Ottern zu helfen.

Der Fischotter ist geschützt
Auch in der Schweiz galt der Fischotter aufgrund seiner Nahrungspräferenzen lange als Schädling. Als Konkurrent der Fischer wurde er stark bejagt. Im 19. Jahrhundert wurde die komplette Ausrottung angestrebt, Abschüsse wurden gar mit Prämien belohnt. In der Schweiz ist der Fischotter seit 1952 eine geschützte Art. Der Schutz kam aber zu spät, denn rund vierzig Jahre später starb er trotzdem aus. Inzwischen haben sich die Bestände vor allem in Osteuropa wieder erholt und man rechnet damit, dass natürliche Zuwanderungen auch in die Schweiz erfolgen werden – einzelne Tiere wurden bereits an verschiedenen Orten gesichtet.

In rund 140 Tierparks und Zoos wird der Eurasische Fischotter gehalten. Seit 1985 gibt es ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), welches die Zucht dieser Tierart koordiniert und fördert. Der junge Fischotter aus Goldau ist Teil des EEP – ob er in Goldau bleibt oder zur Zucht an einen anderen Tierpark abgegeben wird, wird das EEP entscheiden.

 

Der junge Fischotter wenige Tage nach der Geburt…

Der junge Fischotter wenige Tage nach der Geburt…

…und beim ersten Untersuch durch das Tierärzte-Team.

…und beim ersten Untersuch durch das Tierärzte-Team.

Übrigens: Junge Fischotter können nicht schwimmen, sie müssen dies erst erlernen. Zwischen ihrem dichten Fell hat es viel Luft – sie treiben deshalb auf dem Wasser und haben Mühe, unter Wasser zu kommen.

Übrigens: Junge Fischotter können nicht schwimmen, sie müssen dies erst erlernen. Zwischen ihrem dichten Fell hat es viel Luft – sie treiben deshalb auf dem Wasser und haben Mühe, unter Wasser zu kommen.

Fischotter sind Einzelgänger. Der männliche Otter Jolo ist aktuell von der Mutter und ihrem Jungtier abgetrennt.

Fischotter sind Einzelgänger. Der männliche Otter Jolo ist aktuell von der Mutter und ihrem Jungtier abgetrennt.

Fischotter gehören zu den Karnivoren: Auf ihrem Speiseplan stehen Fisch und Fleisch – als «Konkurrent» der Fischer wurde er lange rigoros gejagt.

Fischotter gehören zu den Karnivoren: Auf ihrem Speiseplan stehen Fisch und Fleisch – als «Konkurrent» der Fischer wurde er lange rigoros gejagt.

Die Tierart war in der Schweiz ausgerottet – seit 1952 steht der Fischotter unter Schutz.

Die Tierart war in der Schweiz ausgerottet – seit 1952 steht der Fischotter unter Schutz.