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Wumbro ist am 28. November gestorben.
14.Dezember 2021

Nachruf auf Rekord-Wisent Wumbro

Der grösste Bewohner des Natur- und Tierparks Goldau, der Wisentstier Wumbro, ist Ende November verstorben. Mit seinen 22 Jahren war Wumbro der älteste Stier im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm und musste aufgrund seiner Altersbeschwerden erlöst werden.

Geboren wurde Wumbro im Oktober 1999 im Wildpark Bruderhaus in Winterthur. Im Jahr 2001 kam er als Gründertier der neuen Wisentherde nach Goldau; seit da lebte Wumbro in der Anlage direkt beim Eingang und war ein Liebling von Besuchenden und Mitarbeitenden. Der gut 800 Kilogramm schwere Koloss galt als sehr sanftmütig, liess sich nie aus der Ruhe bringen und präsentierte sich meist in seiner gesamten Pracht dem Publikum.

Das Alter merkte man Wumbro schon länger an, zum Beispiel, wenn das Aufstehen nach einer Ruhepause nicht mehr ganz so elegant funktionierte. Ende November war es aber so weit, dass der Bulle nicht mehr aufstehen konnte und die schwere Entscheidung getroffen werden musste, ihn aufgrund seiner Altersschwäche zu erlösen.

Ein starker Koloss, der für wichtigen Nachwuchs gesorgt hat
Trotz aller Ruhe und Sanftmütigkeit durfte Wumbros Stärke nie unterschätzt werden. Die Tierpfleger bringen regelmässig grosse und schwere Bäume in die Anlage der Wisente, damit die Paarhufer frische Rinde und Äste zum Knabbern haben. Diese Bäume konnte Wumbro mühelos heben, indem er seine Hörner unter den Stamm schob. Durch eine kleine Kopfbewegung des Stiers wurden wir jeweils daran erinnert, wie stark ein Wisent sein kann. Wumbro hat mehrmals für Nachwuchs gesorgt – das letzte Mal Ende Juli. Das weibliche Kalb Tjore kam mitten am Tag und vor zahlreichen Tierpark-Gästen zur Welt.

Ohne Tierparks und Zoos keine Wisente
Wisente waren vor einigen Jahrhunderten in Europa weit verbreitet, doch bereits ab dem frühen Mittelalter begann die Verdrängung durch den Menschen. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die europäischen Bisons dann in der freien Wildbahn komplett ausgestorben, einzig in der Obhut von Zoos und Schutzgebieten hatten wenige Tiere überlebt. Mit diesen verbliebenen Tieren begann die sehr erfolgreiche Erhaltungszucht. 1952 wurden die ersten Tiere in Osteuropa ausgewildert, in der Zwischenzeit beträgt die wilde Population rund 2’000 Tiere und weitere 1’000 Tiere leben in Zuchtgehegen sowie Tierparks.

Auch der Natur- und Tierpark Goldau hat sich der koordinierten Zucht angeschlossen. Seit Beginn der Wisenthaltung in Goldau konnten zwei Tiere in der Slowakei, vier in Rumänien und ein Tier in Polen als Gründertiere von neuen Herden ausgewildert werden – alles Nachkommen von Wumbro.

Steckbrief Wumbro
01.10.1999 – 28.11.2021
Geschlecht: männlich
Geburtsort: Wildpark Bruderhaus, Winterthur
Im Tierpark Goldau seit August 2001

 

Wumbro ist am 28. November gestorben.

Wumbro ist am 28. November gestorben.

Er war 22 Jahre alt und damit der älteste Wisenbulle im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Er war 22 Jahre alt und damit der älteste Wisenbulle im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Wumbro war mit seinen rund 800 Kilo der schwerste Tierpark-Bewohner.

Wumbro war mit seinen rund 800 Kilo der schwerste Tierpark-Bewohner.

Trotz seiner Grösse und Kraft war er ein sanftmütiges Tier und ein Liebling im Park.

Trotz seiner Grösse und Kraft war er ein sanftmütiges Tier und ein Liebling im Park.

Wumbro (links im Bild) hat für reichlich Nachwuchs gesorgt, unter anderem blickte Tjala im Sommer 2020 das Licht der Welt.

Wumbro (links im Bild) hat für reichlich Nachwuchs gesorgt, unter anderem blickte Tjala im Sommer 2020 das Licht der Welt.

Im Sommer 2021 kam Tjore zur Welt, auch eine Tochter von Wumbro.

Im Sommer 2021 kam Tjore zur Welt, auch eine Tochter von Wumbro.