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Im Zentrum steht der Grosswijer-Hof, in welchem unter anderem Schweine, Rinder, Esel und Ziegen einziehen werden.
10.Februar 2021

Spatenstich zum Projekt «Grosswijer» und eine Zeitkapsel für die Zukunft

Mit dem Projekt «Grosswijer» soll nun eine Auenlandschaft entstehen, die das Nebeneinander von heute heimischen Nutz- und Wildtieren zeigt.

Es ist eine bedeutsame Fläche, das Gebiet Grosswijer: Vor 25 Millionen Jahren lag Goldau auf einem flach geneigten Schuttfächer, der von einem lockeren Auenwald bewachsen wurde. Periodische Überflutungen und Geschiebefrachten haben im Laufe der Zeit Nagelfluh-, Sandstein- und Mergelschichten abgelagert. Dabei wurden auch Pflanzenreste und Tierspuren im Schlamm eingeschlossen, welche den wissenschaftlichen Zeichner Beat Scheffold zu einem Bild inspiriert haben. Es zeigt, wie die Gegend von Goldau damals ausgesehen haben könnte. Die dargestellten Tiere und Pflanzen sind durch Fossilreste und gefundene Fährten belegt.

Auf dieser Fläche, die 1806 durch den Goldauer Bergsturz verschüttet wurde, lebten bis vor kurzem die Nutztiere des Natur- und Tierparks Goldau. Sie bewohnten ein Provisorium, das mittlerweile über 10 Jahre alt war. Heute war der Spatenstich für ein neues Projekt.

Ein neuer Lebensraum für Nutz- und Wildtiere
Im Zentrum der neuen Anlage steht der Grosswijer-Hof: Ein moderner Bauernhof wird Nutztiere wie Schweine, Rinder, Ziegen und Esel beherbergen. Der Hof soll Tier und Mensch zusammenbringen sowie den Modell-Bauernhof der Zukunft zeigen. Direkt von ihrem Stall aus haben die Tiere eine grosszügige Auslauffläche mit Futterstellen und Tränken. Zusätzlich bieten grosse Weiden viele Möglichkeiten zur abwechslungsreichen Haltung. Im oberen Stock des Gebäudes wird ein Schulzimmer eingerichtet und eine Ausstellung soll aufzeigen, woher Milch, Eier und Fleisch kommen, um die Besuchenden dazu zu bringen, ihr Konsumverhalten zu hinterfragen.

Die flachen und felsenfreien Weiden sind nicht nur ideal für die Haltung verschiedener Bauernhoftiere, sondern eignen sich dank des sumpfigen Charakters auch ausgezeichnet für Wildtiere. Nutztiere und Wildtiere mögen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben. Doch einige Wildtiere, die sogenannten Kulturfolger, tauchen oft in der Nähe von Nutztieren auf. Um dieses Nebeneinander aufzuzeigen, wird neben dem Grosswijer-Hof ein Mosaik aus Wiesen und Sumpf geschaffen, in dem Weissstorch, Kranich und Amphibien ihre Bereiche erhalten.

Heute erfolgte der Spatenstich für das Projekt, welches voraussichtlich im Spätfrühling 2022 für die Tierpark-Besuchenden zugänglich sein wird.

Geschichte für die Zukunft
Im Rahmen des Projektes wird auf dem Areal Grosswijer eine Zeitkapsel vergraben. Diese wird kaum 25 Millionen Jahre überleben, aber in 100 Jahren dürfte sie spannende Einblicke in die aktuelle Gegenwart und die heutigen Zukunftspläne geben. So wird der Bogen von der langen, bewegten Geschichte in die Zukunft gespannt. Was sich genau in der Kapsel befindet, wird sich im Jahr 2121 zeigen.

Bau dank zweckgebundenen Spenden möglich
Der Natur- und Tierpark Goldau hat seine Tore aktuell auf behördliche Anordnung geschlossen. Das Projekt «Grosswijer» kann trotzdem umgesetzt werden, da es vollumfänglich aus Spenden finanziert ist. Der Natur- und Tierpark Goldau ist Zewo-zertifiziert und die Spenden werden zweckgebunden eingesetzt – das heisst, sie werden ausschliesslich für die zugesprochenen Zwecke verwendet. Dies ermöglicht die Weiterarbeit an diversen Projekten.

Joe Michel, Leiter Bau & Infrastruktur, mit der Zeitkapsel, die auf dem Areal Grosswijer vergraben wird.

Joe Michel, Leiter Bau & Infrastruktur, mit der Zeitkapsel, die auf dem Areal Grosswijer vergraben wird.

Das Bild von Scheffold zeigt, wie das Gebiet vor rund 25 Millionen Jahren ausgesehen haben könnte.

Das Bild von Scheffold zeigt, wie das Gebiet vor rund 25 Millionen Jahren ausgesehen haben könnte.

Im Zentrum steht der Grosswijer-Hof, in welchem unter anderem Schweine, Rinder, Esel und Ziegen einziehen werden.

Im Zentrum steht der Grosswijer-Hof, in welchem unter anderem Schweine, Rinder, Esel und Ziegen einziehen werden.

Der obere Stock des Grosswijer-Hofes wird für Besuchende begehbar.

Der obere Stock des Grosswijer-Hofes wird für Besuchende begehbar.