Europäische Sumpfschildkröte

Im Mittelalter landeten Europäischen Sumpfschildkröten ab und zu auf dem Teller, da sie als «fischähnliches» Lebewesen während der Fastenzeit verspeist werden durften.

Europäische Sumpfschildkröte
Europäische Sumpfschildkröte

Europäische Sumpfschildkröte
EMYS ORBICULARIS

Die Europäische Sumpfschildkröte ist die einzige in der Schweiz einheimische Schildkrötenart und hat unter den Sumpfschildkröten die weiteste Verbreitung.

Im Mittelalter wurden die Tiere für medizinische Zwecke verwendet und landeten auf den Esstischen. Da sie von der Kirche als «fischähnliche» Lebewesen anerkannt wurden, durften sie während der Fastenzeit verspiesen werden.

Heutzutage stellen schwindende Lebensräume die grösste Bedrohung dar. In der Schweiz werden europäische Sumpfschildkröten ausgesetzt, doch die Zerschneidung ihrer potenziellen Lebensräume macht ihnen die Verbreitung schwierig.

Im Sommer wärmen sich die wechselwarmen Tiere gerne an der Sonne. Doch wenn der Winter im Anmarsch ist, werden die Schildkröten zu Extremtauchern: Sie vergraben sich auf dem Grund eines Gewässers und bleiben den ganzen Winter dort. Damit sie nicht ständig auftauchen müssen, stellen sie ihre Atmung um, die dann über die Haut erfolgt.

Das Geschlecht von jungen Schildkröten, die im Ei in einer Erdgrube oder im Sand heranreifen, wird durch die Temperatur des Eies zwischen dem 30. und 40. Tag nach der Befruchtung bestimmt. Liegt diese im Gelege über 29 Grad Celsius, schlüpft im Spätsommer ein Weibchen, liegt die Temperatur des Eies unter 28 Grad Celsius, entwickelt sich ein Männchen.

Im Natur- und Tierpark Goldau sind die Sumpfschildkröten in der Nähe Gemeinschaftsanlage für Bär und Wolf, angrenzend an den Amphibienteich am Schuttbach. Dort können sie beim Energietanken an der Sonne beobachtet werden.