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Kolkrabe

Kolkrabe
Corvus corax

Der grösste Singvogel der Welt sieht zwar wie die bekannte Krähe aus, ist jedoch bedeutend scheuer. Kolkraben meiden meist menschliche Siedlungen. Sie kommen im Bergland und in einsamen Wäldern des Flachlandes vor. Nebst Europa besiedeln sie auch weite Teile Nordamerikas, Nordafrikas und Nordasiens.

Im Flug ist ihm kaum ein Tier gewachsen, häufig kann man ihn Adler und andere grössere Greifvögel durch gezielte Sturzflüge ärgern sehen. Kolkraben sind sehr intelligente Tiere, welche durchaus Kunststücke erlernen können. In der Natur nützen sie ihre Intelligenz, um auch die verborgenste Nahrung zu finden. Kolkraben ernähren sich von toten und lebendigen Tieren, soweit sie diese erwischen können. Auch viel Obst und Getreide gehört in ihren Speiseplan. Da Kolkraben sich häufig von Aas ernähren, bekamen sie vor allem in früheren Jahrhunderten auch einen schlechten Ruf. Dieser rührte wohl daher, dass man sie während Kriegen an Leichen fressen sah.

Kolkrabenweibchen sind ausserordentlich gute Mütter, welche ihren Jungen sogar das „Bett machen“, indem sie je nach Temperatur das Nest unterschiedlich auspolstern. In der Regel legt das Weibchen im Februar vier bis sechs Eier. Während es brütet, wird es vom Männchen gefüttert. Die Jungen schlüpfen nach höchstens drei Wochen und verlassen nach gut eineinhalb Monaten das Heim.

Im Tierpark Goldau haben die Kolkraben Ende 2005 ein erweitertes Gehege oberhalb der Bartgeier erhalten, wo man sie jedes Jahr bei der Jungenaufzucht beobachten kann. Diese werden nach Erreichen der Selbstständigkeit in geeignete Zoos innerhalb Europas gebracht, wo sie ein neues Zuhause finden.
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Grünfink

Grünfink
Carduelis chloris

Der olivgrüne Singvogel mit den gelben Flügelbinden und Schwanzkanten ist in fast ganz Europa (ausser in Island und Lappland), in Israel und Nordafrika verbreitet. Auch in der Schweiz ist er häufig anzutreffen. Ein weiteres Merkmal nebst dem auffälligen Federkleid ist der kräftige horngraue Schnabel.

Ursprünglich lebte er an Waldrändern, in Lichtungen und lockeren Gehölzen, wo er in Nadelbäumen, Efeu, oder dichtem Laubwerk brütete. Dank den Obstkulturen, Gärten, Friedhöfen, Parks und Alleen ist er im Laufe der Zeit bis mitten in dicht bewohnte Städte vorgedrungen. Er ist sehr anpassungsfähig, in Höhen über 900 m.ü.M. kommt er jedoch eher selten vor.

Grünfinken sind sehr gesellig und nisten gern in aufgelockerten Kolonien in benachbarten Büschen. Das Nest bauen sie aus Halmen, dünnen Zweigen, Würzelchen und Moos. Innen ist es mit Federn und Tierhaaren weich ausgepolstert. Sie legen vier bis sechs Eier pro Brut und brüten zwei- bis dreimal im Jahr. Daher ist es keine Seltenheit, auch im August und September noch Junge im Nest zu finden.

Der Grünfink, auch Grünling genannt, ernährt sich als Körnerfresser von Samen, Früchten und Blütenknospen. Im Herbst und Winter ist er oft in Schwärmen bei uns anzutreffen, wo er auf Stoppelfeldern und Ödflächen Nahrung sucht. Grünfinken haben einen wellenförmig auf- und abgleitenden Flug, da sie ihre Flügel beim Fliegen für einen kurzen Augenblick ganz geschlossen halten.

Im Tierpark Goldau kann man die Grünfinken in der gleichen Voliere wie die Wiedehopfe gleich beim Eingang beobachten. Lauschen Sie den mannigfaltigen Tönen unserer zwei Grünfinkenpaare.
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Fichtenkreuzschnabel

Fichtenkreuzschnabel
Loxia curvirostra

Der Fichtenkreuzschnabel ist ein Singvogel aus der Familie der Finken. Auffälligstes Erkennungszeichen sind die beiden gekreuzten Spitzen seines dicken Schnabels. Mit diesem Spezialwerkzeug kann der Vogel die Samen zwischen den Schuppen von Nadelholzzapfen herausholen. Das Gefieder des Weibchens ist graugrün, dasjenige des Männchens gelb oder orange bis ziegelrot gefärbt.

Der Fichtenkreuzschnabel lebt hauptsächlich in Nadelwäldern, aber auch in Parkanlagen und Gärten Mittel- und Nordeuropas sowie in Asien und Nordamerika. Er hält sich am liebsten dort auf, wo er ein grosses Angebot an Nadelbaum-Samen findet. Gelegentlich frisst er auch wilde Früchte oder Insekten. In der Schweiz kommt es in unregelmässigen Abständen zu „Masseninvasionen“ von Fichtenkreuzschnäbeln aus dem Osten. Ursache dieses Phänomens ist wahrscheinlich eine schlechte Zapfenernte in der Heimat.

Bruten sind das ganze Jahr über möglich, Winter- und Frühlingsmonate werden jedoch bevorzugt. Den Nestbau übernimmt das Weibchen. Im oberen Bereich der Fichten errichtet es aus Halmen, Moos, Federn und Tierhaaren ein geeignetes Nest. Die drei bis fünf weiss-braun gefleckten Eier werden 14 bis 16 Tage lang gewärmt. Während dieser Zeit versorgt das Männchen das brütende Weibchen mit Futter. Etwa zwei Wochen nach dem Schlüpfen sind die Jungvögel flügge. Danach werden sie weiterhin für kurze Zeit von den Eltern versorgt. Erst jetzt bilden sich bei den Jungen die gekreuzten Schnabelspitzen.

Der Fichtenkreuzschnabel ist auch unter vielen anderen Namen bekannt. Da er in der Weihnachtszeit oft gesehen wird, bezeichnet man ihn auch als „Christvogel“. Die Legende besagt, dass der Fichtenkreuzschnabel versucht habe, die Nägel aus dem Kreuz Jesu zu ziehen – deshalb auch der gekreuzte Schnabel. Ein weiterer Name ist Gichtvogel. Man glaubte früher, der Vogel ziehe die Krankheit eines Kranken an sich. Zudem hört man auch die Namen „Krummschnabel“ und „Zigeunervogel“.
Im Natur- und Tierpark Goldau teilt sich der Fichtenkreuzschnabel eine Voliere mit Vögeln aus demselben Lebensraum. Zu finden ist die gefiederte Gemeinschaft rechts neben dem Eingang.
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Alpendohle

Alpendohle
Pyrrhocorax graculus

Die schwarz gefiederten Alpendohlen mit ihren gelben Schnäbeln kann man in der Schweiz fast auf jeder Bergwanderung bewundern. Von den Amseln unterscheiden sie sich durch ihre Grösse und die orangen Beine. Alpendohlen leben im Gebirge bis in Höhen von über 4000 m.ü.M. Sie sind akrobatische Segelflieger und lassen sich oft in grösseren Trupps von den Aufwinden an Bergspitzen und Abstürzen in die Höhe tragen.

Sie können ohne weiteres Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h beim abwärts Sausen mit angelegten Flügeln erreichen. Das Verbreitungsgebiet der Alpendohle erstreckt sich von Marokko über den ganzen Alpenraum bis in den fernen Osten. Obwohl Alpendohlen Bergwanderern und Skifahrern wohl bekannt sind, weiss man wenig über ihr Leben. Während der Brutzeit ab März dulden sie keine anderen Nester im Umkreis von 50m, schliessen sich jedoch ausserhalb des Nestbereiches sofort wieder zu grösseren geselligen Schwärmen mit bis zu mehreren hundert Tieren zusammen.

Die Nester werden in Felshöhlen und -spalten gebaut. Altvögel bleiben dem einmal gewählten Brutplatz ganzjährig treu, während Jungvögel in einem grösseren Gebiet von Kolonie zu Kolonie umherziehen.

Alpendohlen ernähren sich im Sommerhalbjahr hauptsächlich von Insekten, im Winter von Beeren, Samen und Abfällen. Oft können sie auf der Suche nach Essensresten in der Nähe von Bergrestaurants beobachtet werden, da sie keinesfalls scheu sind und manchmal sogar aus der Hand fressen.

Im Tierpark Goldau finden Sie die Alpendohlen in den Volieren auf der rechten Seite, wenn Sie vom Eingang in Richtung Fischotter unterwegs sind.
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Waldohreule

Waldohreule
Asio otus

Die Waldohreule gehört zu den am weitesten verbreiteten und anpassungsfähigsten Eulenarten der Welt. Ihr Vorkommen reicht von ganz Europa, Nord- und Ostafrika bis hin nach Nordamerika und weite Teile Asiens.

Waldohreulen sind schlanke, ca. 35 cm grosse Vögel mit knapp einem Meter Flügelspannweite. Besonders auffällig sind die langen Federohren; diese sind übrigens keine echten Ohren, sondern sie dienen der Stimmungsanzeige. Die Färbung kann unterschiedlich dunkelbraun oder gräulich marmoriert sein. Bei uns im Tierpark kann man beobachten, dass die Eulen ihren Sitzplatz entsprechend ihrer Färbung wählen – nämlich dort, wo sie am besten getarnt sind.

Waldohreulen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber halten sie sich in Bäumen versteckt, wobei sie sich in aufrechter Haltung an den Stamm schmiegen. Fühlt sich die Waldohreule von einem Feind bedroht, wendet sie eine besondere Taktik an: Sie legt ihr Gefieder dicht an den Körper an, so dass sie sehr schlank wird und einem abgebrochenen Ast ähnelt. Im Winter ziehen nordische Waldohreulen bis nach Mitteleuropa. Hier können sich bis zu 100 Vögel zu grossen Gemeinschaften zusammentun, um tagsüber in Bäumen zu schlafen und nachts auf die Jagd nach Kleinsäugern zu gehen. Im nächsten Frühling kehren sie dann wieder in ihr angestammtes Brutrevier zurück. Aber auch mitteleuropäische Eulen zeigen ein Wanderverhalten. Auf der Suche nach neuen Gebieten können Jungvögel nach dem Selbstständig werden bis zu 2’000 km weit abwandern.

Unsere Waldohreulen finden Sie in der Eulenvoliere auf dem Rundgang. Dort teilen sie sich das Gehege mit anderen Eulenarten. Obwohl sie dämmerungs- und nachtaktiv sind, lohnt sich auch tagsüber ein Besuch. Versuchen Sie die verschiedenen Bewohner der Voliere zu entdecken!
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Waldkauz

Waldkauz
Strix aluco

Der Waldkauz ist der vielseitigste Jäger unter den europäischen Eulen. Seine Jagdmethoden sind eine Kombination aus Ansitz-, Flug- und Bodenjagd. Er kann über der Beute wie ein Falke „rütteln“, schlägt Vögel und Fledermäuse aber auch im Flug, erbeutet Mäuse, Fische, Frösche und zieht Regenwürmer aus dem Boden. Man kann sagen, er fängt alles, was er erreicht. Diese Vielseitigkeit ermöglicht ihm das Leben in allen baumreichen Landschaften: lichte Wälder in tiefen bis mittleren Höhenlagen, Parkanlagen sowie grosse Friedhöfe und Gärten in Städten. Er brütet auch in Höhlen oder in Gebäuden jeglicher Art und kann dabei weniger anpassungsfähige oder schwächere Eulenarten verdrängen. Bei besonders kalten Wintertemperaturen vermeidet der Waldkauz die höchsten schneereichen Lagen.

Sein Verbreitungsgebiet reicht von Westeuropa bis Westsibirien und Nordwestafrika.

In der Schweiz bildet der Waldkauz in Lagen unter 1’000m die häufigste Eulenart. Er wirkt kräftig, gedrungen und erreicht eine Länge von ca. 39 cm. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt, wobei das Weibchen etwas schwerer ist. Den Ruf des Männchens „huuu–hu-hu-uuuuu“, dem oft ein Weibchen mit „lulululuhuuuuuu“ antwortet, kann man häufig bei Nachtspaziergängen vernehmen.

Der Waldkauz ist dämmerungs- und nachtaktiv mit einer Mitternachtspause. Tagsüber ruht er in Verstecken im Revier. Gerne nimmt er aber auch ein Sonnen- oder Sandbad vor seiner Schlaf- oder Bruthöhle.

Im Natur- und Tierpark Goldau lässt sich der Waldkauz gut an seinen Ruheplätzen beobachten. Am späten Nachmittag kommt häufig etwas Bewegung in die Eulenvoliere, vor allem im Winter, wenn es früh eindunkelt.
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Uhu

Uhu
Bubo bubo

Der Uhu ist mit einer Flügelspannweite bis über 180cm die grösste Eulenart der Welt. Er gehört zur Gruppe der Ohreulen, deren Merkmal die langen, abstehenden Federohren sind, die je nach Gemütszustand waagrecht bis steil aufgerichtet sind. Die eigentlichen Ohren sitzen jedoch seitlich am Kopf.

Uhus kommen von Westeuropa und Nordafrika bis nach Ostasien vor. Die einzelnen Unterarten haben sich in ihrer Grösse und Färbung an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst. Sie sind vor allem in felsigen Regionen zu finden, wo Wälder und offene Landschaften sich abwechseln. Bekannte Brutgebiete in der Schweiz sind z.B. die grossen Alpentäler wie das Engadin oder Wallis. Zu schaffen machen dem Uhu nebst den schwindenden Lebensräumen auch Hochspannungsleitungen, Stacheldraht und Pestizide. Seit 1925 steht der Uhu unter gesetzlichem Schutz.

Uhus sind nacht- und dämmerungsaktiv. Bei der Jagd stürzen sie sich entweder von einer Warte aus auf die Beute nieder oder sie suchen ihre Nahrung im lautlosen Flug. Wie alle Eulen besitzen Uhus spezielle Federstrukturen, welche die Luftturbulenzen beim Flug mindern, und so ein beinahe geräuschloses Fliegen ermöglichen. Die Nahrung besteht zu zwei Dritteln aus Säugetieren, wie Ratten, Spitzmäuse, Hasen oder junge Rotfüchsen. Auch Vögel, Frösche und gelegentlich Fische werden von Uhus gerne gefressen. Die Beute wird vollständig verzehrt. Unverdauliche Teile wie Knochen, Zähne, Haare und Federn werden anschliessend als so genannte Gewölle wieder ausgewürgt.

Im Tierpark finden Sie den Uhu in der begehbaren Voliere auf dem Rundgang. Er ist von den kleineren Eulenarten abgetrennt, da er als geschickter Jäger für diese gefährlich wäre.
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Steinkauz

Steinkauz Athene noctua

Der Steinkauz ist eine der am meisten bedrohten Eulenart in der Schweiz. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Mittel- und Südeuropa. Er erreicht eine Grösse von gut 20cm, hat einen breiten, etwas flachen Kopf ohne Federohren und ein graubraunes Gefieder. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt, das Gefieder der Jungvögel istetwas blasser.

Der Steinkauz besiedelt Kulturland und offenes Gelände mit einzelnen Bäumen, felsige Gegenden, aber auch Parkanlagen und Ortschaften. Er brütet in Felsspalten und in Schlupfwinkeln alter Gemäuer sowie in Höhlen alter Kopfweiden und Obstbäume. Der Rückgang so genannter Hochstamm-Baumkulturen durch die Intensivierung in der Landwirtschaft führte auch zum Rückgang der Steinkauz-Bestände. Während der Brutdauer von 22-28 Tagen (Gelege von 3-5 Eiern) versorgt das Männchen das Weibchen mit Nahrung. Die Jungvögel werden nach dem Ausfliegen noch einige Zeit von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt.

Weniger als alle anderen einheimischen Eulen scheut der Steinkauz das Tageslicht. Man kann ihn ohne weiteres bei seiner Jagd auf kleine Beutetiere beobachten. Seine Hauptaktivität entfaltet er jedoch in den Morgenstunden und abends nach Sonnenuntergang. Die vielseitige Nahrung des Steinkauzes besteht zu drei Viertel aus Mäusen, dann folgen grössere Insekten, seltener Vögel und Amphibien. Meist jagt der Steinkauz von einer hohen Stelle aus, dabei startet er seinen Flug oft durch einfaches sich Fallenlassen. Häufig sucht er auch zu Fuss den Boden nach Insekten und Würmern ab.

Trotz der vielen abergläubischen Gerüchte wird der Steinkauz gerne als Käfigvogel gehalten, wohl auch deshalb, weil er etwas umgänglicher ist als seine Artgenossen.

Bei uns im Tierpark Goldau finden Sie den Steinkauz zusammen mit den Waldrappen in einer Voliere neben dem Fischottergehege.
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Schleier-Eule

Schleier-Eule
 Tyto alba

Die Schleier-Eule lässt sich leicht an der schneeweissen, flachen Gesichtsbefiederung erkennen. Zusammen mit den für Eulen eher kleinen, schwarzen Augen verleiht diese der Schleier-Eule das typische Aussehen. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt.

Schleier-Eulen sind ausgeprägte Kulturfolger, d.h. sie nehmen gerne von Menschen geschaffene Strukturen als Schlaf- und Nistplätze an. Häufiger als alle anderen Eulenarten nisten Schleier-Eulen in Dachstühlen, Taubenschlägen, Scheunen oder in Kirchtürmen. Ihr relativ hoher und unheimlicher Schrei brachte ihnen früher den Ruf eines Todesboten ein.

Die Schleier-Eule ist nachtaktiv, Tages- und Dämmerungsaktivität findet kaum statt. Sie besitzt besonders hoch entwickelte Sinne, so dass sie selbst in stockdunkler Nacht rein akustisch ihre Beute orten und jagen kann.

Ihre bevorzugte Nahrung besteht aus Mäusen, aber auch Singvögel, kleinere Eulenarten und Reptilien können auf ihrem Speiseplan stehen. Sie jagt meist aus einem niedrigen Suchflug, und da sie kaum ein Fluggeräusch (Anpassung der Federstruktur) verursacht, kann sie sogar dem Rascheln einer flüchtenden Maus nachfliegen.

Schleier-Eulen findet man fast überall in Europa (ausser Skandinavien), Südasien, Australien, Afrika und Amerika. Ihr Bestand ist heute in Mitteleuropa eher abnehmend, da viele geeignete Nistplätze durch Renovationen zerstört werden.

Im Tierpark Goldau befinden sich die Schleier-Eulen zusammen mit anderen Eulenarten in der begehbaren Voliere auf dem Rundgang. Es braucht etwas Geduld, um die Schleiereule tagsüber zu entdecken. Sie halten sich meist sehr gut versteckt in einer Felsnische oder einem hohlen Baumstamm auf.
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Bartkauz

Bartkauz
Strix nebulosa

Der Bartkauz ist ein Bewohner der nordischen Wälder. Meist sitzt er unbeweglich auf einem erhöhten Standpunkt und späht nach Wühlmäusen, seiner bevorzugten Nahrung.

Mit einer Grösse von fast siebzig Zentimetern ist der Bartkauz eine der grössten Eulenarten. Trotz seiner Grösse gleitet er ruhig und geschickt durch die Wälder. Seine grosse, fast kreisrunde Gesichtsmaske verleiht ihm einen etwas starren Ausdruck. Typisch sind die feinen jahresringähnlichen Linien im Muster der Gesichtsmaske. Seinen Namen hat er von einem Büschel schwarzer Federn unter dem Schnabel. Dieser so genannte „Bart“ sticht aus dem ansonsten grauen Gefieder hervor.

Obwohl beinahe so gross wie der Uhu, ist der Bartkauz bedeutend leichter. Ein Grossteil seines Körpervolumens besteht aus Federn. Anders als viele seiner Verwandten trifft man den Bartkauz auch am helllichten Tage aktiv an.

Hat er einmal eine Beute gesichtet, so ist er darauf so konzentriert, dass er sich bei der Jagd ungestört beobachten lässt.

Vermutlich leben Bartkäuze in „Dauerehe“. Das Weibchen ist, wie bei den meisten Eulen, deutlich grösser als das Männchen. Gebrütet wird in verlassenen Greifvogelnestern oder in Baumstümpfen, seltener in selbst gescharrten Bodenmulden. Die geschlüpften Jungen (nach vier Wochen Brutzeit im Mai und Juni) bleiben bis zu 30 Tage im Nest. Wenn sie nach etwas mehr als 50 Tagen flügge sind, lassen sie sich meist noch bis Ende Oktober von ihren Eltern durchfüttern. In Jahren mit geringem Nahrungsangebot fällt die Brut manchmal auch aus.

Bei uns im Tierpark Goldau lassen sich unsere Bartkäuze auch tagsüber gut in der Eulenvoliere beobachten. Sie teilen sich dort die Anlage problemlos mit verschiedenen kleineren Eulenarten.
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Kranich

Kranich
Grus grus

Der hellblaugraue Kranich gehört seit jeher zu den besonders verehrten Vögeln. Zum einen ist dies wegen seines majestätischen Schreitgangs und seinem speziell gefärbten Federkleid mit schwarzem Hals und rotem, federlosen Scheitel, zum anderen wegen seiner Lebensweise. Kraniche binden sich nämlich lebenslänglich an ihren Partner und kehren meistens an die gleichen Brutplätze zurück. Daher steht der Kranich symbolhaft für Treue. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt, das Männchen ist etwas grösser als das Weibchen.

Vermutlich um die Partnerschaft immer wieder zu bekräftigen, führen die Kraniche im Frühling spektakuläre Balztänze auf. Dabei springen sie mit offenen Flügeln in die Luft, lassen einen trompetenähnlichen Ruf ertönen, verbeugen sich und umkreisen einander. Dieses Verhalten kann z.T. auch ausserhalb der Paarungszeit beobachtet werden.

Normalerweise legen Kraniche zwei Eier und beide Geschlechter beteiligen sich beim Nestbau und der Aufzucht. Die Nester am Boden bestehen aus Pflanzenmaterial. Sind die Jungtiere geschlüpft, verlassen sie nach einem Tag das Nest und folgen den Eltern, wobei immer ein Elterntier ein Junges führt.

Das Verbreitungsgebiet der Kraniche erstreckt sich von Mitteleuropa über Skandinavien bis nach Ostsibirien. Im Oktober/November ziehen die europäischen Tiere auf einem schmalen Zugkorridor in den Süden nach Spanien, Südfrankreich und Nordwestafrika, wo sie den Winter verbringen. Tatsächlich überwintern teilweise auch in der Schweiz Einzeltiere. Die Rückreise treten sie im Februar/März an. Kraniche gehören in Europa zu den gefährdeten Brutvögeln.

Im Tierpark Goldau können Sie die Kraniche am Blauweiher besuchen. Sie befinden sich dort nahe der kleinen Brücke in einem eigenen Gehege.
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Grünfüssiges Teichhuhn

Grünfüssiges Teichhuhn
Gallinula chloropus

Das Teichhuhn besitzt ein schwarzes Federkleid mit einzelnen, in einer Linie angeordneten, weissen Federn an den Flanken. Durch unaufhörliches Schwanzzucken zeigt es die weisse Unterschwanzseite. Vom Blässhuhn unterscheidet es sich durch einen roten Schnabelansatz. Zudem besitzt diejenige Unterart, welche im Tierpark gehalten wird, auffällig grün gefärbte Beine.

Die Teichralle, wie das Teichhuhn manchmal auch genannt wird, ist sehr weit verbreitet. Ausser in Australien ist es auf allen Kontinenten vertreten. Allerdings ist das Teichhuhn ziemlich kälteempfindlich, frostige Winter können eine Kälteflucht hervorrufen, so dass die Tiere in den Süden ziehen.

Das Teichhuhn lebt an stehenden oder langsam fliessenden Gewässern mit dichter, üppiger Vegetation, die ihm genügend Schutz bietet. An diesen Uferlebensraum ist es hervorragend angepasst: Mit den langen Zehen können die Teichhühner klettern, aber auch auf Schwimmblättern laufen. Dabei ist das Gewicht über eine grössere Fläche verteilt. Beim Schwimmen „nickt“ das Teichhuhn unverkennbar mit dem Kopf. Die Nahrung des Teichhuhns ist sehr vielfältig und jahreszeitlich unterschiedlich. Sie setzt sich aus Pflanzen der Uferzone, Samen und Früchten sowie verschiedenen, kleinen Weichtieren zusammen. Dabei suchen sie ihre Nahrung sowohl unter als auch über Wasser. Im Winter kommt auch Gras auf den Speisezettel.

Während der Brutzeit (Gelege 5–11 Eier, Brutdauer 17–24 Tage) lebt das Teichhuhn sehr zurückgezogen, zeigt aber auf Parkteichen und im Winter oft wenig Scheu. Das Nest befindet sich oft versteckt am Boden, in Büschen und sogar auf Bäumen. Bei uns im Tierpark Goldau brauchen Sie auch etwas Geduld, um das kleine Tier rund um den Blauweiher zu entdecken.
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Blässhuhn

Blässhuhn
Fulica atra

Das Blässhuhn, auch Blässralle genannt, ist in vielen Teilen Europas der am meisten verbreitete und häufigste Schwimmvogel. Dieses starke Vorkommen verdankt das Blässhuhn zum Teil auch seiner vielseitigen, anpassungsfähigen Ernährungsweise. Es ist praktisch ein Allesfresser: frische und faulende Pflanzenteile, kleinere Wassertiere sowie alles, was bei Entenfütterungen anfällt. Zudem sucht das Blässhuhn seine Nahrung sowohl im Wasser als auch an Land.

Viele Wasservögel legen ihre Nester nahe bei Blässhühnern an. Offenbar profitieren sie von der Wachsamkeit der schwarzen „Taucherli“, wie sie in der Schweiz häufig genannt werden. Blässhühner verhalten sich zur Brutzeit sehr aggressiv und verteidigen ihre Reviere gegen Artgenossen und andere Wasservögel – aber keinesfalls so, dass sie andere Arten verdrängen würden.

Blässhühner können sehr schnell rennen. Mit Unterstützung der Flügel suchen sie bei unliebsamen Störungen sogar „wasserlaufend“ das Weite. Dabei helfen ihnen ihre grossen Füsse, deren Zehen mit breiten Lappen versehen sind. Diese dienen auch dem besseren Antrieb beim Schwimmen – ähnlich den Schwimmhäuten bei Enten, Gänsen und Schwänen.

Mitte April bebrüten Blässhühnerpaare gemeinsam 5-10 Eier. Das Nest befindet sich am Ufer oder zwischen Wasserpflanzen im Seichtwasser. Das Männchen ist während der Brut häufig auch damit beschäftigt, das Nest auszubessern. Die schwarzen Jungvögel zeigen einen auffällig roten Kopf und verlassen das Nest bereits 12 Stunden nach dem Schlupf, um den Elterntieren auf dem Wasser zu folgen.

Blässhühner finden Sie im Tierpark Goldau vor allem auf dem Blauweiher.
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Zwerg-Welsumer

Zwerg-Welsumer
Gallus gallus domesticus

Der Welsumer ist ein Haushuhn. Wie der Name vermuten lässt, stammt dieses ursprünglich aus dem holländischen Welsum. In Deutschland wurde es dann zum Zwerg-Welsumer weitergezüchtet. Die offizielle Anerkennung dieser neuen Rasse erfolgte 1947 in Kiel. Zuerst gab es nur rost-rebhuhnfarbige Zwerg-Welsumer. Heute bereichern orange oder silbrigfarbige Typen die Farbenvielfalt der Federkleider. Ihre Augen leuchten orange, die Beine sind gelb gefärbt.

Die weiblichen Tiere nennen sich Hennen oder Hühner und wiegen um die 1 kg. Die männlichen Tiere, die Hähne oder Gockel, bringen mit circa 1.3 kg etwas mehr Gewicht auf die Waage. Sie sind zudem gut erkennbar an ihrem deutlich grösseren, roten Kamm auf dem Kopf.

Vor allem frühmorgens, manchmal aber auch tagsüber, markieren die Hähne ihr Revier durch ein gut hörbares Krähen.

Zu Beginn wurden die Zwerg-Welsumer insbesondere wegen ihrer Legeleistung gezüchtet. Sie legen pro Jahr durchschnittlich 140 dunkelbraune, matte Eier mit einem Gewicht von ca. 45 bis 60 g. Doch auch ihr Fleisch wird geschätzt.

Im Natur- und Tierpark Goldau bewegen sich die robusten, wetterfesten, lebhaften und relativ zutraulichen Hühner frei im Eingangsbereich, den sie sich unter anderem mit den Seidenhühnern teilen. Ihr gemeinsamer Stall befindet sich im Durchgang zwischen dem Waschbären- und dem Murmeltiergehege. Als Allesfresser erhalten sie von den Tierpflegern pflanzliche und tierische Nahrung wie Körner, Grünfutter, Früchte oder Mehlwürmer.

Schweiz. Welsumer-Geflügel-Züchter-Klub

Alpensteinhuhn

Alpensteinhuhn
Alectoris graeca

Das kleine Alpensteinhuhn (rund 500-700g Gewicht und knapp 30cm Länge) gehört zu der Ordnung der Hühnervögel und ist nahe mit den Fasanen verwandt. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich eher auf das südliche Europa. In der Schweiz selber kommt es nur in den Alpen vor, wo es Höhenlagen von 700-2’700m besiedelt. Dabei bevorzugt das Alpensteinhuhn steile Südlagen mit Zwergsträuchern, alpine Weiden und Blockfelder. Gerne hält es sich in unübersichtlichen Steilhängen auf, wo es durch das felsenfarbige Gefieder hervorragend getarnt ist. In der Roten Liste ist das Alpensteinhuhn unter den potenziell gefährdeten Arten aufgeführt.

Zur Brutzeit April-Juni trifft man die Tiere paarweise an. Zu dieser Zeit sind Alpensteinhühner auch besonders ruffreudig. Die Territorien von ca. 10ha Grösse werden von den Hähnen durch einen eigentümlichen „Gesang“ markiert. Das Weibchen brütet die 10-15 Eier alleine aus.

Im Herbst schliessen sich manchmal mehrere Familien zu so genannten Wintergruppen zusammen, die sich aber im nächsten Frühling wieder auflösen. Vermutlich dient dieses Verhalten dem Schutz vor Feinden. Eine besondere Verhaltenseigenart des Alpensteinhuhns ist es, über weite Strecken laufend fliehen zu können, um sich dann in einer unzugänglichen Spalte zu verkriechen. Das Alpensteinhuhn ernährt sich ganzjährig von Krautpflanzen wie z.B. Wacholder, Preiselbeere, Heidekraut und Bärentraube. Im Winter, wenn sich die Schneedecke schliesst, weicht es in tiefere Lagen aus und taucht auch in Siedlungsgebieten von Bergdörfern auf. Die kalten Winternächte verbringt es in selbst gegrabenen Schneehöhlen wie das Schneehuhn.
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Seidenhuhn

Seidenhuhn
Gallus gallus domesticus

Das Seidenhuhn (Wugu-ji) ist in der asiatischen Literatur seit dem 13. Jh. nachweisbar und auch in Europa schon länger bekannt. Zumindest Vorläufer unserer heutigen Seidenhühner müssen bereits erheblich früher existiert haben, denn schon der griechische Philosoph Aristoteles (384–322 v. Chr.) erwähnte schwarze und weisse Hühner mit „Katzenhaar“ aus dem Reich von Mangi, dem heutigen China. Das Seidenhuhn stellt demnach eine sehr frühe Haushuhnrasse aus dem ostasiatischen Raum dar. Über Händler wie Marco Polo wurde es schliesslich im Mittelalter als Kuriosität nach Europa eingeführt, wo es aufgrund seines feinen, daunigen Gefieders gar als Kreuzung zwischen Huhn und Kaninchen angepriesen worden sein soll.

Neben ihrer Verwendung als Ei- und Fleischlieferant werden die Hennen der Seidenhühner heute vor allem als Ammen zur Aufzucht von Enten- und Fasanenküken geschätzt. Die für Seidenhühner charakteristische blaue Haut schimmert oft noch leicht durch das seidige, daunenähnliche Deckgefieder, welches dieser Haushuhnrasse den Namen gegeben hat.

Anders als die meisten Hühnervögel besitzen Seidenhühner fünf Zehen pro Fuss, wobei die Füsse ebenfalls befiedert sind. Neben der weissen Variante werden auch schwarze, rote, gelbe, graue und blaue Farbschläge gezüchtet. Seidenhühner können aufgrund ihres feinen, fransigen Gefieders nicht fliegen, da die Federnfahnen nicht ineinander gehackt sind, d.h. keine zusammenhängende Feder bilden. Der Schaft der einzelnen Feder ist ebenfalls schlaff.

Im Tierpark Goldau laufen die Seidenhühner im Eingangsbereich frei herum, wobei sie auch die Möglichkeit haben, sich in verschiedene Unterschlüpfe zurückzuziehen. Regelmässige Nachzuchten zeugen davon, dass sie sich hier sehr wohl fühlen. Daneben werden die Hennen auch im Tierpark Goldau bisweilen als Ammen für andere Jungvögel eingesetzt.

Appenzeller Spitzhaubenhuhn

Appenzeller Spitzhaubenhuhn
Gallus gallus domesticus

Das Spitzhaubenhuhn ist eine der vier Hühnerrassen, die ihren Ursprung in der Schweiz haben. Vor allem in Klöstern wurde das Spitzhaubenhuhn gerne gezüchtet. Noch vor 100 Jahren war die Rasse vorwiegend in der Ostschweiz weit verbreitet. Durch die staatlich verordnete Rassenbeschränkung im vergangenen Jahrhundert blieb das Spitzhaubenhuhn jedoch nur in den Kantonen Appenzell Ausser- und Innerrhoden erhalten, und die Rasse erhielt deshalb den Namen „Appenzeller Spitzhaubenhuhn“.

Gegen Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts fanden sich nur noch vereinzelte Haltungen, so dass der Fortbestand dieser Haushuhnrasse nicht mehr gesichert war. Die im Vergleich zu anderen Hühnern geringe Eierlegeleistung war ein zusätzlicher Nachteil, der dazu führte, dass ihre Haltung immer unbeliebter wurde. Die Organisation „ProSpecieRara“ förderte mit einem ersten Erhaltungsprogramm für bedrohte Nutztierrassen das Appenzellerhuhn gezielt.

Mittlerweile gibt es wieder Züchter, welche die Erhaltung der Rasse vorläufig gewährleisten. Das Appenzeller Spitzhaubenhuhn ist äusserst widerstandsfähig und damit optimal an das Leben in der rauen Bergwelt angepasst. Ausserdem kann es gut fliegen und auf Steine klettern. Ihren Namen haben die Hühner wegen ihrer schmalen, nach vorne gebogenen Spitzhaube erhalten. Bis Ende des 19. Jahrhunderts gab es mehr als zehn verschiedene Farbschläge dieser Rasse, heute existieren noch deren fünf. Das silberschwarz getupfte Appenzeller Spitzhaubenhuhn ist die am häufigsten anzutreffende Rasse.

Im Natur- und Tierpark Goldau leben die Appenzeller Spitzhaubenhühner in der Nähe des Blauweihers und des Restaurants, wobei sie sich innerhalb dieser Zone frei bewegen können. Die Nacht verbringen sie schlafend auf den Bäumen am Blauweiher und dies sogar bei Frost im Winter.

Wiedehopf

Wiedehopf
Upupa epops

Der etwa amselgrosse Wiedehopf fällt vor allem wegen seinem langen, gekrümmten Schnabel und seiner bis 6cm langen, fuchsroten Federnhaube auf. Diese stellt er auf, wenn er aufgeregt ist oder sich bedroht fühlt. Besonders bei seinem wellenförmigen Flug kommt die Schönheit dieses Vogels mit seinem schwarzweiss gebänderten Gefieder an Rücken und Flügel voll zur Geltung.

Der Wiedehopf lebt in weiten Teilen Eurasiens und Afrikas. Nördlich der Alpen gibt es nur noch ein sporadisches Vorkommen. Bevorzugt werden von ihm vorwiegend warme, offene Landschaften mit reichen Buschbeständen. Früher war der Wiedehopf auch in der Schweiz weit verbreitet. Vor allem in den Streuobstwiesen mit Hochstammbäumen war er häufig anzutreffen. Durch den Verlust dieser Lebensräume und der Intensivierung der Landwirtschaft droht der Wiedehopf allmählich auszusterben. Im Wallis, dem Genferseegebiet und im Zürcher Unterland lässt sich der Wiedehopf noch mit etwas Glück beobachten.

Als Zugvogel verlässt der Wiedehopf im Winter sein Brutgebiet, um in wärmeren Regionen zu überwintern. Da er sich vorwiegend von grossen Insekten, Larven und Würmern ernährt, welche im Winter nicht zugänglich sind, findet er dort ein reichhaltiges Nahrungsangebot vor.

Vielleicht kennen Sie die Redewendung: „Du stinkst wie ein Wiedehopf“, welche früher in der Schweiz noch geläufig war. Junge Vögel vertreiben mit einem stark riechenden Sekret ihre Feinde – für menschliche wie tierische Nasen unangenehm!

Im Tierpark Goldau finden Sie den Wiedehopf direkt rechts beim Eingang. Zur Brutzeit im Frühling hören Sie sein lautes „up-up-up“, welches ihm auch zu dem wissenschaftlichen Namen Upupa epops verholfen hat.
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Turmfalke

Turmfalke
Falco tinnunculus

Der Turmfalke ist ein eher zierlicher Vertreter der Falken. Als Greifvogel jagt er vornehmlich im freien Feld nach Mäusen und grossen Insekten. Schon von weitem kann man den Turmfalken erkennen, wenn er in der Luft am Ort stehen bleibt (das so genannte „Rütteln“) und den Boden genauer nach Beute absucht. Weil Turmfalken häufig dabei beobachtet werden können, werden sie auch „Rüttelfalken“ genannt.

Das Verbreitungsgebiet des Turmfalken erstreckt sich über Eurasien und grosse Teile Afrikas. In der Schweiz ist er die häufigste Falkenart und öfters zu sehen. Als anpassungsfähiger Vogel hat sich der Turmfalke die verschiedensten Lebensräume erschlossen, wie z.B. offene Landschaften, Industrie- und Kulturlandflächen, Heiden, Moore mit Bäumen und auch Gebirge.

In den Siebziger Jahren gab es bei den Raubvögeln, allen voran bei den Falken, eine schreckliche Entdeckung zu vermelden. Die Nachwuchsrate brach sprichwörtlich zusammen: Beim Bebrüten der Eier zerbrachen deren Schalen. Man fand heraus, dass in der Agrarwirtschaft eingesetztes DDT, ein Schädlingsbekämpfungsmittel, zur Bildung von zu dünnen Eierschalen geführt hatte. Die Raubvögel waren am stärksten betroffen, da sie am Ende der Nahrungskette stehen und solche Stoffe in ihrem Körper anhäufen. Daraufhin wurde DDT in Europa verboten, der Bestand der betroffenen Arten erholt sich jedoch nur langsam.

Turmfalken brüten meistens in Felsnischen, oft sogar in altem Gemäuer. Daher kommt auch der Name Turmfalke. In der Turmfalkenvoliere, die sich zwischen Eingang und Waldrappenvoliere befindet, sucht man deshalb vergebens ein Nest. Eine Felsnische dient ihnen als geeigneter Brutplatz.

Der Turmfalke teilt sich im Tierpark die Voliere in der Regel mit Waldrapp und Steinkauz.
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Bartgeier

Bartgeier
Gypaetus barbatus

Mit einer beeindruckenden Spannweite bis zu drei Metern übertrifft der Bartgeier in der Grösse sogar den Steinadler. Der grösste einheimische Vogel ist aber ganz harmlos. Wie alle Geier ernährt er sich ausschliesslich von Aas. Zudem ist er auf Knochen spezialisiert, die etwa 80% seiner Nahrung ausmachen.

Jungvögel benötigen allerdings zu Beginn ihres Lebens Fleisch, sie können erst später Knochen verdauen. In Anpassung an diesen Umstand brüten Bartgeier im Winter. Die Jungvögel schlüpfen ab Ende Februar – eine  Zeit, in welcher in den Alpen viele Wildtiere an Hunger oder in Lawinen verenden und daher auch für einen Aasfresser, der nicht jagt, genügend Nahrung für den Nachwuchs zu finden ist.

Ursprünglich in Europa weit verbreitet wurde der Bartgeier anfangs des 20. Jahrhunderts in den Alpen ausgerottet. Er galt fälschlicherweise als gefährlich, so dass er intensiv bejagt und mit ausgelegten Ködern vergiftet wurde. Im Volksglauben wurde diesem majestätischen Vogel unter anderem sogar Kindsraub angedichtet. Namen wie „Kindstöter“ oder „Lämmergeier“ zeugten davon.

Ein Nahrungsmangel (es gab zu jener Zeit deutlich weniger Wild als heute) machte ihm ebenfalls zu schaffen. In den 80er Jahren wurde ein Wiederansiedlungsprojekt gestartet. Der Natur- und Tierpark Goldau ist an diesem sehr anspruchsvollen und auch finanziell aufwändigen Projekt federführend beteiligt. Seither sind schon über 180 junge, in Zoos geschlüpfte Bartgeier ausgesetzt worden, davon 12 vom Natur- und Tierpark Goldau (Stand Juni 2012). Zu den Wiederansiedlungsgebieten im Alpenraum gehören Österreich, die Schweiz, Italien und Frankreich. Seit 1997 können Freilandbruten beobachtet werden, seit 2007 auch in der Schweiz. Das Projekt Wiederansiedlung Bartgeier gilt denn auch als eines der erfolgreichsten Auswilderungsprojekte weltweit. Aktuelle Angaben und Informationen finden Sie jeweils unter www.bartgeier.ch.

Unsere Bartgeier Videos finden Sie in unserem Video Archiv, z.B. der Tag an dem das Küken schlüpfte.

Im Tierpark finden Sie die Bartgeier gegenüber dem Wildschweingehege, wo die Vögel zusammen mit den Schneehasen eine Voliere bewohnen. Da sie aber nur Aas und Knochen fressen, stellen sie für die Schneehasen keine Gefahr dar.
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