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Waldohreule

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Waldohreule
Asio otus

Die Waldohreule gehört zu den am weitesten verbreiteten und anpassungsfähigsten Eulenarten der Welt. Ihr Vorkommen reicht von ganz Europa, Nord- und Ostafrika bis hin nach Nordamerika und weite Teile Asiens.

Waldohreulen sind schlanke, ca. 35 cm grosse Vögel mit knapp einem Meter Flügelspannweite. Besonders auffällig sind die langen Federohren; diese sind übrigens keine echten Ohren, sondern sie dienen der Stimmungsanzeige. Die Färbung kann unterschiedlich dunkelbraun oder gräulich marmoriert sein. Bei uns im Tierpark kann man beobachten, dass die Eulen ihren Sitzplatz entsprechend ihrer Färbung wählen – nämlich dort, wo sie am besten getarnt sind.

Waldohreulen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber halten sie sich in Bäumen versteckt, wobei sie sich in aufrechter Haltung an den Stamm schmiegen. Fühlt sich die Waldohreule von einem Feind bedroht, wendet sie eine besondere Taktik an: Sie legt ihr Gefieder dicht an den Körper an, so dass sie sehr schlank wird und einem abgebrochenen Ast ähnelt. Im Winter ziehen nordische Waldohreulen bis nach Mitteleuropa. Hier können sich bis zu 100 Vögel zu grossen Gemeinschaften zusammentun, um tagsüber in Bäumen zu schlafen und nachts auf die Jagd nach Kleinsäugern zu gehen. Im nächsten Frühling kehren sie dann wieder in ihr angestammtes Brutrevier zurück. Aber auch mitteleuropäische Eulen zeigen ein Wanderverhalten. Auf der Suche nach neuen Gebieten können Jungvögel nach dem Selbstständig werden bis zu 2’000 km weit abwandern.

Unsere Waldohreulen finden Sie in der Eulenvoliere auf dem Rundgang. Dort teilen sie sich das Gehege mit anderen Eulenarten. Obwohl sie dämmerungs- und nachtaktiv sind, lohnt sich auch tagsüber ein Besuch. Versuchen Sie die verschiedenen Bewohner der Voliere zu entdecken!
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Waldkauz

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Waldkauz
Strix aluco

Der Waldkauz ist der vielseitigste Jäger unter den europäischen Eulen. Seine Jagdmethoden sind eine Kombination aus Ansitz-, Flug- und Bodenjagd. Er kann über der Beute wie ein Falke „rütteln“, schlägt Vögel und Fledermäuse aber auch im Flug, erbeutet Mäuse, Fische, Frösche und zieht Regenwürmer aus dem Boden. Man kann sagen, er fängt alles, was er erreicht. Diese Vielseitigkeit ermöglicht ihm das Leben in allen baumreichen Landschaften: lichte Wälder in tiefen bis mittleren Höhenlagen, Parkanlagen sowie grosse Friedhöfe und Gärten in Städten. Er brütet auch in Höhlen oder in Gebäuden jeglicher Art und kann dabei weniger anpassungsfähige oder schwächere Eulenarten verdrängen. Bei besonders kalten Wintertemperaturen vermeidet der Waldkauz die höchsten schneereichen Lagen.

Sein Verbreitungsgebiet reicht von Westeuropa bis Westsibirien und Nordwestafrika.

In der Schweiz bildet der Waldkauz in Lagen unter 1’000m die häufigste Eulenart. Er wirkt kräftig, gedrungen und erreicht eine Länge von ca. 39 cm. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt, wobei das Weibchen etwas schwerer ist. Den Ruf des Männchens „huuu–hu-hu-uuuuu“, dem oft ein Weibchen mit „lulululuhuuuuuu“ antwortet, kann man häufig bei Nachtspaziergängen vernehmen.

Der Waldkauz ist dämmerungs- und nachtaktiv mit einer Mitternachtspause. Tagsüber ruht er in Verstecken im Revier. Gerne nimmt er aber auch ein Sonnen- oder Sandbad vor seiner Schlaf- oder Bruthöhle.

Im Natur- und Tierpark Goldau lässt sich der Waldkauz gut an seinen Ruheplätzen beobachten. Am späten Nachmittag kommt häufig etwas Bewegung in die Eulenvoliere, vor allem im Winter, wenn es früh eindunkelt.
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Uhu

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Uhu
Bubo bubo

Der Uhu ist mit einer Flügelspannweite bis über 180cm die grösste Eulenart der Welt. Er gehört zur Gruppe der Ohreulen, deren Merkmal die langen, abstehenden Federohren sind, die je nach Gemütszustand waagrecht bis steil aufgerichtet sind. Die eigentlichen Ohren sitzen jedoch seitlich am Kopf.

Uhus kommen von Westeuropa und Nordafrika bis nach Ostasien vor. Die einzelnen Unterarten haben sich in ihrer Grösse und Färbung an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst. Sie sind vor allem in felsigen Regionen zu finden, wo Wälder und offene Landschaften sich abwechseln. Bekannte Brutgebiete in der Schweiz sind z.B. die grossen Alpentäler wie das Engadin oder Wallis. Zu schaffen machen dem Uhu nebst den schwindenden Lebensräumen auch Hochspannungsleitungen, Stacheldraht und Pestizide. Seit 1925 steht der Uhu unter gesetzlichem Schutz.

Uhus sind nacht- und dämmerungsaktiv. Bei der Jagd stürzen sie sich entweder von einer Warte aus auf die Beute nieder oder sie suchen ihre Nahrung im lautlosen Flug. Wie alle Eulen besitzen Uhus spezielle Federstrukturen, welche die Luftturbulenzen beim Flug mindern, und so ein beinahe geräuschloses Fliegen ermöglichen. Die Nahrung besteht zu zwei Dritteln aus Säugetieren, wie Ratten, Spitzmäuse, Hasen oder junge Rotfüchsen. Auch Vögel, Frösche und gelegentlich Fische werden von Uhus gerne gefressen. Die Beute wird vollständig verzehrt. Unverdauliche Teile wie Knochen, Zähne, Haare und Federn werden anschliessend als so genannte Gewölle wieder ausgewürgt.

Im Tierpark finden Sie den Uhu in der begehbaren Voliere auf dem Rundgang. Er ist von den kleineren Eulenarten abgetrennt, da er als geschickter Jäger für diese gefährlich wäre.
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Steinkauz

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Steinkauz Athene noctua

Der Steinkauz ist eine der am meisten bedrohten Eulenart in der Schweiz. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Mittel- und Südeuropa. Er erreicht eine Grösse von gut 20cm, hat einen breiten, etwas flachen Kopf ohne Federohren und ein graubraunes Gefieder. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt, das Gefieder der Jungvögel istetwas blasser.

Der Steinkauz besiedelt Kulturland und offenes Gelände mit einzelnen Bäumen, felsige Gegenden, aber auch Parkanlagen und Ortschaften. Er brütet in Felsspalten und in Schlupfwinkeln alter Gemäuer sowie in Höhlen alter Kopfweiden und Obstbäume. Der Rückgang so genannter Hochstamm-Baumkulturen durch die Intensivierung in der Landwirtschaft führte auch zum Rückgang der Steinkauz-Bestände. Während der Brutdauer von 22-28 Tagen (Gelege von 3-5 Eiern) versorgt das Männchen das Weibchen mit Nahrung. Die Jungvögel werden nach dem Ausfliegen noch einige Zeit von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt.

Weniger als alle anderen einheimischen Eulen scheut der Steinkauz das Tageslicht. Man kann ihn ohne weiteres bei seiner Jagd auf kleine Beutetiere beobachten. Seine Hauptaktivität entfaltet er jedoch in den Morgenstunden und abends nach Sonnenuntergang. Die vielseitige Nahrung des Steinkauzes besteht zu drei Viertel aus Mäusen, dann folgen grössere Insekten, seltener Vögel und Amphibien. Meist jagt der Steinkauz von einer hohen Stelle aus, dabei startet er seinen Flug oft durch einfaches sich Fallenlassen. Häufig sucht er auch zu Fuss den Boden nach Insekten und Würmern ab.

Trotz der vielen abergläubischen Gerüchte wird der Steinkauz gerne als Käfigvogel gehalten, wohl auch deshalb, weil er etwas umgänglicher ist als seine Artgenossen.

Bei uns im Tierpark Goldau finden Sie den Steinkauz zusammen mit den Waldrappen in einer Voliere neben dem Fischottergehege.
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Schleier-Eule

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Schleier-Eule
 Tyto alba

Die Schleier-Eule lässt sich leicht an der schneeweissen, flachen Gesichtsbefiederung erkennen. Zusammen mit den für Eulen eher kleinen, schwarzen Augen verleiht diese der Schleier-Eule das typische Aussehen. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt.

Schleier-Eulen sind ausgeprägte Kulturfolger, d.h. sie nehmen gerne von Menschen geschaffene Strukturen als Schlaf- und Nistplätze an. Häufiger als alle anderen Eulenarten nisten Schleier-Eulen in Dachstühlen, Taubenschlägen, Scheunen oder in Kirchtürmen. Ihr relativ hoher und unheimlicher Schrei brachte ihnen früher den Ruf eines Todesboten ein.

Die Schleier-Eule ist nachtaktiv, Tages- und Dämmerungsaktivität findet kaum statt. Sie besitzt besonders hoch entwickelte Sinne, so dass sie selbst in stockdunkler Nacht rein akustisch ihre Beute orten und jagen kann.

Ihre bevorzugte Nahrung besteht aus Mäusen, aber auch Singvögel, kleinere Eulenarten und Reptilien können auf ihrem Speiseplan stehen. Sie jagt meist aus einem niedrigen Suchflug, und da sie kaum ein Fluggeräusch (Anpassung der Federstruktur) verursacht, kann sie sogar dem Rascheln einer flüchtenden Maus nachfliegen.

Schleier-Eulen findet man fast überall in Europa (ausser Skandinavien), Südasien, Australien, Afrika und Amerika. Ihr Bestand ist heute in Mitteleuropa eher abnehmend, da viele geeignete Nistplätze durch Renovationen zerstört werden.

Im Tierpark Goldau befinden sich die Schleier-Eulen zusammen mit anderen Eulenarten in der begehbaren Voliere auf dem Rundgang. Es braucht etwas Geduld, um die Schleiereule tagsüber zu entdecken. Sie halten sich meist sehr gut versteckt in einer Felsnische oder einem hohlen Baumstamm auf.
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Bartkauz

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Bartkauz
Strix nebulosa

Der Bartkauz ist ein Bewohner der nordischen Wälder. Meist sitzt er unbeweglich auf einem erhöhten Standpunkt und späht nach Wühlmäusen, seiner bevorzugten Nahrung.

Mit einer Grösse von fast siebzig Zentimetern ist der Bartkauz eine der grössten Eulenarten. Trotz seiner Grösse gleitet er ruhig und geschickt durch die Wälder. Seine grosse, fast kreisrunde Gesichtsmaske verleiht ihm einen etwas starren Ausdruck. Typisch sind die feinen jahresringähnlichen Linien im Muster der Gesichtsmaske. Seinen Namen hat er von einem Büschel schwarzer Federn unter dem Schnabel. Dieser so genannte „Bart“ sticht aus dem ansonsten grauen Gefieder hervor.

Obwohl beinahe so gross wie der Uhu, ist der Bartkauz bedeutend leichter. Ein Grossteil seines Körpervolumens besteht aus Federn. Anders als viele seiner Verwandten trifft man den Bartkauz auch am helllichten Tage aktiv an.

Hat er einmal eine Beute gesichtet, so ist er darauf so konzentriert, dass er sich bei der Jagd ungestört beobachten lässt.

Vermutlich leben Bartkäuze in „Dauerehe“. Das Weibchen ist, wie bei den meisten Eulen, deutlich grösser als das Männchen. Gebrütet wird in verlassenen Greifvogelnestern oder in Baumstümpfen, seltener in selbst gescharrten Bodenmulden. Die geschlüpften Jungen (nach vier Wochen Brutzeit im Mai und Juni) bleiben bis zu 30 Tage im Nest. Wenn sie nach etwas mehr als 50 Tagen flügge sind, lassen sie sich meist noch bis Ende Oktober von ihren Eltern durchfüttern. In Jahren mit geringem Nahrungsangebot fällt die Brut manchmal auch aus.

Bei uns im Tierpark Goldau lassen sich unsere Bartkäuze auch tagsüber gut in der Eulenvoliere beobachten. Sie teilen sich dort die Anlage problemlos mit verschiedenen kleineren Eulenarten.
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