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Rostgans
Tadorna ferruginea

Die Rostgans wurde nach ihrem rostfarbenen Federkleid benannt, welches beim Männchen zur Paarungs- und Brutzeit einen schwarzen Halsring aufweist. Sie gehört zu den Halbgänsen, die sowohl mit Gänsen als auch mit Enten gemeinsame Eigenschaften haben. Ihr  Verbreitungsgebiet liegt im östlichen Mittelmeerraum und in Südasien. Der Lebensraum dieser Halbgänse ist sehr vielseitig und reicht von Steppengebieten und Halbwüsten bis zu Gebirgstälern.

Im Vergleich zu anderen Wasservögeln findet man Rostgänse auch häufig weit entfernt von Gewässern. In Tibet wurden sie auf Höhen bis 5’000 m.ü.M. angetroffen. Rostgänse erweisen sich als geschickte Flieger und brüten in Felswänden und Gebäudenischen. Ihr Brutgebiet beansprucht sie dabei nur für ihre Familie, andere Entenvögel werden nicht geduldet und verjagt. Das Weibchen legt im Mai meist 8-11 Eier, die es etwa 29 Tage lang allein bebrütet, während das Männchen (Ganter) das Nest bewacht. In den Brutpausen fliegt das Paar gemeinsam zur Nahrungssuche aus. Hauptsächlich „zupfen“ Rostgänse Gräser und Samen verschiedener Steppen- und Kulturpflanzen.

Neben den pflanzlichen Grundnahrungsmitteln werden auch Kleinkrebse, Würmer und Insekten verspeist. Die Jungtiere schnappen besonders gerne nach Heuschrecken. Im September ziehen sie nach Süden (Vorder- und Hinterindien) und kehren mit der Schneeschmelze in ihre Brutgebiete zurück. Rostganspaare bleiben ein Leben lang zusammen.

Die Verbreitung in Mitteleuropa geht auf „Gehege-Flüchtlinge“ aus Zuchten zurück. Auch brütet die Art regelmässig in der Schweiz und vermehrt sich erfolgreich an Kleinseen wie z.B. am Greifensee. Allerdings sind die eingeführten Rostgänse nicht ganz unproblematisch, da sie andere Arten, wie z.B. die in der Schweiz seltenen gewordenen Schleiereulen und Turmfalken, verdrängen. Deren Nistplätze werden besetzt und allfällige Jungvögel sogar aus dem Nest geworfen. An Seen werden Enten rigoros verdrängt. Mittlerweile wurde ein Massnahmenplan zum Schutz der einheimischen Brutvögel erarbeitet.

Im Tierpark Goldau finden Sie die Rostgans beim Rundgang um den Blauweiher.
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Datum: 21. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau