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Syrischer Braunbär
Ursus arctos syriacus

Der Braunbär gilt (nebst dem Eisbär) als das grösste lebende Landraubtier. Braunbären sind jedoch typische Allesfresser mit einem hohen pflanzlichen Anteil: Von Gräsern über Früchte, Honig bis hin zu Nüssen und Aas verschmähen sie kaum etwas. Lebende Tiere hingegen erbeutet „Meister Petz“ nicht so oft, da er eher ein ungeschickter Jäger ist. Je nach Region steht auch Fisch auf seinem Speiseplan.

Der Natur- und Tierpark Goldau hält Syrische Braunbären. Es handelt sich dabei um eine Unterart der Braunbären, nahe verwandt mit der ursprünglich in der Schweiz heimischen Braunbären-Unterart „Europäischer Braunbär“. Syrische Braunbären leben ursprünglich im Nahen Osten und sind in freier Natur stark vor dem Aussterben bedroht. Sie sind in der Regel etwas kleiner und heller als der europäische Braunbär.

Braunbären sind in Europa selten! Grössere Bestände von Braunbären finden wir heute nur noch in Skandinavien und in Südosteuropa. Zudem stagnieren die meisten Bestände oder nehmen gar ab. Die der Schweiz am nächsten gelegenen Bärenpopulationen befinden sich in Österreich und im nahen italienischen Trentino.

Das letztere Gebiet gehört zu einem der wenigen Orte, wo die Bären dank einem Wiederansiedlungsprojekt wieder zunehmen. Dies hat direkte Auswirkung auf die Schweiz: der damals letzte Braunbär wurde 1904 in Graubünden geschossen. Über 100 Jahre blieb die Schweiz bärenfrei, bis im Sommer 2005 ein wanderfreudiges Jungtier vom Trentino über die Grenze ins Engadin kam und kurzfristig für Aufsehen sorgte und wieder abwanderte. 2007 fanden wieder zwei junge Bärenmännchen den Weg von Italien in die Schweiz und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächsten Bären zu Besuch kommen.

Ein zukünftiges Zusammenleben von Menschen und Bären in den Gebieten der Schweiz ist möglich – sofern wir Menschen Toleranz für dieses eindrückliche Wildtier aufbringen und über ein korrektes Verhalten gegenüber den Bären aufgeklärt sind. Eine Möglichkeit sich zu informieren finden Sie in der Ausstellung rund um die Gemeinschaftsanlage für Bär und Wolf im Natur- und Tierpark Goldau.
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Datum: 18. März 2014 Author: Natur- und Tierpark Goldau